M. Kampf, R. Richter, J. Griebel, A. Weller, R. Kirmse
Bis[N,N-diisobutyl-NЈ-(2,6-difluor)benzoylselenoureato]nickel(II)
[Ni(Bui2dfbsu)2]: In einem Zweihalskolben mit aufgesetztem
Rückflusskühler und Tropftrichter wurde zu einer vorher filtrierten
Lösung von 0,375 g (1,0 mmol) Ligand in 30 ml trockenem Metha-
nol langsam 0,124 g (0,5 mmol) Ni(ac)2 · 4H2O, gelöst in 20 ml
trockenem Methanol, unter vorsichtigem Erwärmen getropft. Das
Reaktionsgemisch färbte sich tiefrot und wurde mit einer Spatel-
spitze Natriumacetat versetzt und bis zur vollständigen Ausfällung
des Produkts in den Kühlschrank gestellt. Das Rohprodukt wurde
aus Methanol, das in der Siedehitze mit einigen Tropfen Chloro-
form versetzt wurde, umkristallisiert. Es wurden blaugrüne Plätt-
chen erhalten. Fp. 188-192 °C. Ausbeute 0,256 g (63 % d. Theorie).
Analyse für C32H42O2 N4F4Se2Ni: C 47,3 (ber. 47,6), H 4,2 (ber.
5,2), N 6,7 (ber. 6,9 %).
soren für F(2) und F(4) ergeben sich hiermit folgende
dip
dip
dip
Hauptwerte: Az
A
(ϭ 2Adip) ϭ 0,88, Ax
ϭ Ay
(ϭ
dip) ϭ Ϫ0,44 MHz und damit eine isotrope 19F-Kopplung
von 0,52 MHz (Meßfehler: 0,1 MHz).
Interessant erscheint ausgehend von diesen Daten die Be-
rechnung der Spindichte am F(2) und F(4). Unter Verwen-
dung der oben für die 77Se-hfs-Auswertung benutzten Be-
ziehungen (4a) und (4b) erhält man mit Aber (19F) ϭ
iso
52870 MHz und Aber (19F) ϭ 4400 MHz [34] für die F-
dip
2s-und F-2p-Spindichten die Werte cs2 ഠ 1 · 10Ϫ5 und c2p ഠ
2 · 10Ϫ4 cmϪ1. Mit cs2 ϩ c2 ഠ 3 · 10Ϫ4 ϭ 0,03 % ist die
p
an F(2) und F(4) vorhandene Spindichte Ϫ wie erwartet Ϫ
sehr klein.
IR (KBr): ν (C-O) ϭ 1621 cmϪ1(w). 1H-NMR (CDCl3) δ ϭ 0,86 (d, -CH3,
3-H), 0,92 (d, -CH3, 3-H), 2,21 m, -CH-, 1-H), 3,50 (d, -CH2-,2-H), 3,56 (d,
-CH2-, 2-H), 6,77 (t, Ar-H, 1-H), 7,15 (m, Ar-H, 1-H), 13C-NMR (CHCl3)
δ ϭ 20,21 (CH3), 0,39 (CH3), 27,54 (-CH), 27,78 (-CH-), 59,76 (-CH2-),
61,45 (-CH2-), 111,63 (Ar-C), 117,33 (Ar-C), 130,13 (Ar-C), 162,92 (Ar-C),
Experimentelles
Synthesen
168,09 (Ar-C), 157,87 (C-O), 169,37 (C-Se), 19F-NMR (TFA)
Ϫ111,7 ppm.
δ ϭ
KSeCN: In einem 1-Liter-Rundkolben mit aufgesetztem Rückfluss-
kühler und Tropftrichter wurden 105 g (1,65 mol) KCN und 220 g
(2,75 mol) graues Selen gut vermischt und bis zur Schmelze unter
Rühren erhitzt. Anschließend wurde die Schmelze bei Zimmertem-
peratur 15 min stehen gelassen, so daß sich ein fester “Kuchen”
bildete. Dann wurde innerhalb von 30 min 1 Liter trockenes Aceton
zugetropft. Das feste Reaktionsgemisch löste sich im Aceton und
wurde 2 Stunden unter Rückfluß erhitzt. Zum Absetzen des über-
schüssigen Selens wurde die Lösung anschließend 2 Stunden unter
Lichtausschluß stehen gelassen. Danach wurde die entstandene
gelbbraune Lösung vom Selenrückstand vorsichtig abpipettiert und
am Rotationsverdampfer im Vakuum auf ca. 1/3 des ursprüngli-
chen Volumens eingeengt. Der dabei entstehende weiße Kristallbrei
wurde abfiltriert und mit wenig kaltem Ether gewaschen. Das Pro-
dukt wurde portionsweise in Ampullen eingeschmolzen und unter
Lichtausschluß aufbewahrt.Ausbeute 75,3 g (67 % d. Theorie).
Bis[N,N-diisobutyl-NЈ-(2,6-difluor)benzoylselenoureato]palladium-
(II) [Pd(Bui2dfbsu)2]: In einem Zweihalskolben mit aufgesetztem
Rückflusskühler und Tropftrichter wurde zu einer vorher filtrierten
Lösung von 0,5 g (1,33 mmol) Ligand in 40 ml trockenem Metha-
nol langsam unter vorsichtigem Erwärmen 0,196 g (0,67 mmol)
Na2[PdCl4], gelöst in 30 ml trockenem Methanol, getropft. Das Re-
aktionsgemisch färbte sich dunkelrot und wurde mit einer Spatel-
spitze Natriumacetat versetzt und bis zur vollständigen Ausfällung
des Produkts in den Kühlschrank gestellt. Die Umkristallisation
erfolgte aus Chloroform. Es wurden braune Prismen erhalten. Fp.
206-211 °C. Ausbeute 0,345 g (61 % d. Theorie). Analyse für
C32H42O2 N4F4Se2Pd: C 44,4 (ber. 44,9), H 4,4 (ber. 4,9), N 6,0
(ber. 6,5 %).
IR (KBr): ν (C-O) ϭ 1621 cmϪ1 (w). 1H-NMR (CDCl3) δ ϭ0,59 (d, -CH3,
3-H), 0,66 (d, -CH3, 3-H), 1,99 (m, -CH-, 1-H), 3,33 (d, -CH2-, 2-H), 3,37
(d, -CH2-, 2-H), 6,33 (m, Ar-H,2-H), 13C-NMR (CDCl3) δ ϭ 19,93 (CH3),
27,54 (-CH-), 27,99 (-CH-), 59,95 (-CH2-), 62,34 (-CH2), 111,13 (Ar-C),
127,41 (Ar-C), 129,70 (Ar-C), 157,87 (Ar-C), 162,98 (C-O), 168,30 (C-Se),
19F-NMR (TFA) δ ϭ Ϫ111,9 ppm.
N,N-Diisobutyl-NЈ-(2,6-difluor)benzoylselenoharnstoff
[HBui2dfbsu]: In einem mit Aluminiumfolie abgedunkelten 100 ml-
Zweihalskolben mit aufgesetztem Rückflußkühler und Tropftrich-
ter wurden zu 3,6 g (25 mmol) Kaliumselenocyanat, gelöst in 50 ml
trockenem Aceton unter leichtem Erwärmen 4,4 g (25 mmol) 2,6-
Difluorbenzoylchlorid gegeben. Nach 10 min Rühren des rotbrau-
nen Reaktionsgemischs wurden langsam 3,23 g (25 mmol) Diisobu-
tylamin, gelöst in 25 ml Aceton zugegeben. Dabei erwärmte sich
das Reaktionsgemisch merklich. Nach weiteren 5 min wurde das
Reaktionsgemisch zur Ausfällung des Liganden in ca. 400 ml Eis-
wasser gegossen, das mit wenigen ml konz. HCl vorher angesäuert
wurde. Das entstehende rot-braune Pulver wurde abgesaugt und
aus Ethanol umkristallisiert. Die Aufbewahrung des erhaltenen gel-
ben Pulvers erfolgte im Dunkeln. Fp. 126-128 °C. Ausbeute 5,6 g
(60 % d. Theorie). Analyse für C16H22ON2F2Se: C 46,7 (ber. 51,0),
H 5,4 (ber. 5,9), N 6,9 (ber. 7,5 %).
Präparation diamagnetisch verdünnter Proben
Zur Darstellung der diamagnetisch verdünnten CuII/NiII- (Pulver
bzw. Einkristalle) bzw. CuII/PdII-Systeme (Pulver) des Liganden 2
wurden jeweils beide Komponenten des gewünschten Systems im
Verhältnis 0,5 % CuII-Komplex/99,5 % NiII- bzw. PdII-Komplex in
CHCl3 gelöst und zur Kristallisation gebracht. Die dabei erhalte-
nen Kristallite wurden im Achatmörser fein pulverisiert. Einkri-
stalle vom System CuII/NiII wurden erhalten, indem die erhaltenen
Kristallite in der Wärme in CHCl3 gelöst wurden und die Lösung
im Kühlschrank mehrere Tage zur Kristallisation stehen gelassen
wurde.
IR (KBr): ν (N-H) 3169 cmϪ1 (s); (CϭO) 1701 cmϪ1, 1H-NMR (CDCl3) δ ϭ
0,92 (d, -CH3, 3-H), 1,05 (d, -CH3, 3-H), 2,14 (m, -CH-, 1-H), 2,17 (m,
-CH-), 3,45 (d, -CH2-, 2-H), 3,91 (d, -CH2-, 2-H), 7,00 (H-Ar, 1-H), 7,45 (H-
Ar, 1-H), 8,53 (-NH-, 1-H), 13C NMR (CDCl3) δ ϭ 20,10 (-CH3), 20,27
(-CH3), 26,65 (-CH-), 27,73 (-CH-), 63,13 (-CH2-), 64,18 (-CH2-), 180,35
(CϭSe), 157,89 (CϭO), 160,40 (C-Ar), 112,52 (C-Ar), 133,35 (C-Ar), 19F-
NMR (TFA) δ ϭ Ϫ111,35 ppm.
Kristallstrukturbestimmungen
Die Daten für die Kristallstrukturbestimmungen wurden mit einem
Siemens-CCD-SMART-Diffraktometer mit Graphitmonochroma-
tor unter Verwendung von MoKα-Strahlung (λ ϭ 0,71073 A) bei
˚
Bildung des Benzimidoethylesters 3: Bei der Herstellung des Ligan-
den 2 nach oben beschriebener Syntheseanleitung bildete sich zu-
nächst ein gelbes Pulver. Beim Umkristallisieren dieses Pulvers aus
Ethanol fiel stets eine amorphe Masse an, daneben bildeten sich
wenige klare Kristalle des Benzimidoethylesters 3.
einer Meßtemperatur von 213 K gesammelt und bezüglich Absorp-
tion (SADABS) korrigiert. Die Strukturen wurden mittels Direkter
Methoden gelöst und anisotrop verfeinert [42]. Die H-Atom-Posi-
tionen wurden geometrisch berechnet und die Uiso-Werte fixiert
(1,2faches der Ueq-Werte der zugehörigen C-Atome).
706
© 2005 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 69451 Weinheim
zaac.wiley-vch.de
Z. Anorg. Allg. Chem. 2005, 631, 698Ϫ708