[{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}2{ReN(Et2dtc)2}2{SbCl3}2]
˚
1 Ausgewählte Bindungslängen/A und -winkel/° in
([{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}2{ReN(Et2dtc)2}2{SbCl3}2]·CH2Cl2).
Standardabweichungen in Klammern.
tallatome die Bildung von Nitridobrücken begünstigen kön-
nen. Damit könnte zumindest einer der Gründe gefunden
sein, der zur Stabilisierung des tetrameren Technetiumkom-
plexes [{TcN(thioharnstoff)}4(edta)2] [13] führt, während
andere Nitridokomplexe des Technetiums auch mit starken
Lewis-Säuren wie B(C6F5)3 keine Tendenz zur Ausbildung
von Nitridobrücken zeigen, so dass erst kürzlich die ersten,
nur bei tiefen Temperaturen stabilen Verbindungen mit Ni-
tridobrücken zwischen Technetium und Hauptgruppenele-
menten synthetisiert und strukturell charakterisiert werden
konnten [14].
Tabelle
Re1-N10
Re1-N20
Re1-S1
Re1-S2
Re1-P
Re1-Cl
1,704(6)
2,013(6)
2,432(2)
2,472(2)
2,4132)
2,592(2)
165,4(4)
172,8(4)
96,2(3)
96,1(3)
98,4(2)
94,8(2)
93,9(2)
176,9(2)
71,85(7)
99,01(7)
84,70(7)
163,0(2)
168,26(7)
86,03(7)
98,2(2)
Re2-N20
Re2-N10Ј
Re2-S21
Re2-S22
Re2-S31
Re2-S32
P-Re1-N20
Cl-Re1-N20
N20-Re2-S21
N20-Re2-S22
N20-Re2-S31
N20-Re2-S32
S21-Re2-S22
S21-Re2-S31
S21-Re-N10Ј
S22-Re2-S31
S22-Re2-S32
S22-Re2-N10Ј
S31-Re2-S32
S31-Re2-N10Ј
S32-Re2-N10Ј
1,714(6)
1,983(6)
2,441(2)
2,415(2)
2,627(2)
2,434(3)
88,7(2)
Re1-N10-Re2Ј
Re1-N20-Re2
N10-Re1-N(20)
N20-Re2-N10Ј
N10-Re1-S1
N10-Re1-S2
N10-Re1-P
N10-Re1-Cl
S1-Re1-S2
S1-Re1-P
S1-Re1-Cl
S1-Re1-N20
S2-Re1-P
S2-Re1-Cl
S2-Re1-N20
P-Re1-Cl
80,7(2)
98,8(2)
103,7(2)
167,2(2)
97,1(2)
72,21(8)
84,70(7)
160,0(2)
89,07(7)
155,08(8)
91,4(2)
Experimenteller Teil
[ReN(Me2PhP)(Et2dtc)2] wurde nach einer Literaturvorschrift her-
gestellt [12]. SbCl3 wurde von FLUKA bezogen. Die Synthese der
Komplexe erfolgte unter Ausschluss von Luftfeuchtigkeit unter
Verwendung von getrockneten Lösungsmitteln. IR-Spektren (KBr)
wurden an einem Gerät vom Typ NICOLET 205 gemessen.
70,42(8)
83,6(2)
99,9(2)
95,78(7)
Synthese von [{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}2{ReN(Et2dtc)2}2-
{SbCl3}2]: [ReN(Et2dtc)2(Me2PhP)] (635 mg, 1 mmol) wurde in ei-
nem schlanken Schlenck-Gefäß in etwa 3 ml CH2Cl2 gelöst und mit
SbCl3 (228 mg, 1,5 mmol) in ca. 2 ml CH2Cl2 versetzt. Die gelbe
Farbe des Startkomplexes schlug augenblicklich nach rot um. Nach
1-stündigem Rühren bei Zimmertemperatur wurde vorsichtig mit
n-Hexan überschichtet. Beim mehrtägigem Stehen bildeten sich an
der Diffussionsschicht der beiden Lösungsmittel rote Kristalle, die
abfiltriert und mit n-Hexan gewaschen wurden. Ausbeute an Kri-
stallen: ca. 50 %. Die Ausbeute kann durch Einengen der Reak-
tionslösung erhöht werden. Das ausfallende rote Pulver zeigt iden-
tisches spektroskopisches Verhalten, seine Elementaranalyse weist
es als lösungsmittelfrei aus, während die Kristalle ein Molekül
CH2Cl2 je Re-Tetramer eingebaut haben. Analyse für
C47H84N10Cl10P2S6Re4Sb2: C 22,3 (ber. 21,9); H 3,4 (3,3); N 5,4
Symmetrieoperation (Ј): 1-x, 1-y, 1-z
Acetonitril-Lösung lassen sich zitronengelbe Kristalle
von [ReN(Et2dtc)2] gewinnen. Im Gegensatz zu
[{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}2{ReN(Et2dtc)2}2{SbCl3}2] be-
steht der neu gebildete tetramere Komplex aus vier identi-
schen {[ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl]-Baueinheiten. Er ist deut-
lich V-förmig, wenn man entlang der sich diagonal gegen-
überliegenden Rheniumatome blickt (Abb. 2b). Der Dieder-
winkel zwischen den beteiligten Flächen beträgt 47,88(2)°
und kommt damit dem, der für [{TcN(thio-
harnstoff)}4(edta)2] [13] gefunden wurde (54,2°), sehr nahe.
Details der Struktur von {[ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl]4 · 2
Acetonitril} sollen hier nicht diskutiert werden, da der te-
tramere Grundkörper auch bei der Reaktion von [Re-
N(Et2dtc)2(Me2PhP)] mit Al2Cl6 entsteht und als Aceton-
Solvat bereits in [3] beschrieben wurde.
(5,4); S 14,7 (14,9). IR: ν(ReN) 1035 cmϪ1
.
Synthese von [{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}4 · 2 Acetonitril]: Kri-
stalle von [{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}2{ReN(Et2dtc)2}{SbCl3}2]
(52 mg, 0,02 mmol) wurden in 20 ml Acetonitril gegeben und für
5 h am Rückfluss erhitzt. Dabei lösten sie sich allmählich auf und
es entstand eine intensiv gelb gefärbte Lösung. Diese wurde auf ca.
5 ml eingeengt und abkühlen lassen. Nach 12 h bildeten sich dunkle
(im Auflicht metallisch blau glänzende) Kristalle, die abfiltriert und
mit wenig Acetonitril gewaschen wurden. Ausbeute ca. 40 % bezo-
gen
C56H90N10Cl4P4S8Re4: C 32,0 (ber. 31,0); H 4,4 (4,1); N 6,7 (6,5);
S 11,7 (11,8). IR: ν(ReN) 1027 cmϪ1
auf
das
eingesetzte
Rhenium.
Analyse
für
.
Beim weiteren Einengen fiel [ReN(Et2dtc)2] aus, das durch IR- und
NMR-Spektroskopie eindeutig charakterisiert werden konnte.
Der kontrollierte Abbau von [{ReN(Me2PhP)(Et2dtc)-
Cl}2{ReN(Et2dtc)2}2{SbCl3}2] zu {[ReN(Me2PhP)(Et2dtc)-
Cl]4} legt die Schlussfolgerung nahe, dass die Stabilität te-
tramerer {Re4N4}-Einheiten sowohl über die Koordination-
Strukturbestimmungen
sumgebung
des
Übergangsmetalls
(die
{ReN-
(Me2PhP)(Et2dtc)Cl}-Gruppierung scheint in besonderer
Weise dafür geeignet zu sein) als auch über äußere Faktoren
wie die stabilisierende Wirkung einer zweiten Koordina-
tionssphäre (in unserem Beispiel SbCl4S2) beeinflusst wer-
den kann. Zu den äußeren Faktoren können auch Chelatef-
fekte gerechnet werden, die bei Koordination über zwei Me-
Die Röntgenkristallstrukturdaten wurden an einem BRUKER
AXS Smart CCD mit Mo Kα-Strahlung (λ ϭ 0,71073 A) gemessen
(BRUKER SAINT [15]). Die Strukturen wurden mit SHELXS97
[16] gelöst und die Verfeinerung mit anisotropen Atomformfakto-
ren für alle Nichtwasserstoffatome mit SHELXL97 [16] durchge-
führt. Wasserstoffatome wurden für idealisierte Lagen berechnet
˚
Z. Anorg. Allg. Chem. 2002, 628, 703Ϫ706
705