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E.-Ch. Koch • Fluoreliminierung aus Graphitfluorid mit Magnesium
schen Anzünder versehen. Dieser Aufbau befindet sich
höhengleich zum Sichtfeld (6 mrad) in 10 m Entfernung
zu einem IR-Spektroradiometer. Dabei wird das Sicht-
feld des Spektroradiometers (d = 2 cm) etwa 1 cm über
dem Pellet ausgerichtet. Vor und während der Messung
wird mit einem Abzug (3 m s-1) die Luft vertikal aus der
Verbrennungszone weggeführt, um Eigendämpfung der
Strahlung durch die Abbrandprodukte zu verhindern.
2.2.1. In fraro tsp ek tro rad io m eter
Es wurde ein Infrarotspektroradiometer der Firma Po-
lytecAValdbronn Typ: SR 7000, mit Flüssig-Stickstoff
gekühltem MCT-Detektor eingesetzt. Die Scanrate be-
trug 100 Hz, das Sichtfeld 6 mrad, die CVF-Zeit 0.1 s, die
Chopperfrequenz 1800 Hz und die Meßentfernung 10 m.
Das Spektroradiometer wurde zuvor am gleichen Stand-
ort mittels eines auf 1000 K geheizten Schwarzkörper-
strahlers SR-32-SR der Firma CI Electro-Optic Systems,
Haifa/Israel kalibriert.
2en
Abb. 1. Röntgen-Pulverdiffraktogramm von Graphit.
Boden eines Edelstahl-Zylinders (/ = 40 cm, d = 10 cm),
welcher bis zu 90% der Mantelfläche in einem Eisbad
gehalten wird, mittels einer Schwarzpulverzündschnur
gezündet. Zur Vermeidung störender Begleitreaktionen
des Luftsauerstoffs und Luftstickstoffs mit den Reaktan-
den wird der Zylinder vor (120 s), während und kurze Zeit
nach der Reaktion (20 s) mit Argon gespült (500 m ls~ 1).
Bei der Zündung erscheint eine grellweiße Flamme.
3. Diskussion
Abb. 2 zeigt mit Kurve A das Wellenlängen-auf-
gelöste Spektrum bei t = 1.5 s im Bereich zwischen
8 und 13 /im. Auf der Abszisse ist die Strahlstärke in
W-sr~1-//m~1angegeben. Der gezeigte Verlauf kor-
respondiert, bei angenommener Emissivität e = 1.00
der Strahlungsquelle, mit der eines Schwarzkörper-
strahlers der Temperatur 5600 K. Da aber in der
Flammenzone nicht nur Kohlenstoff, sondern auch
Magnesiumfluorid zugegen ist, dessen Emissivität
einen Bruchteil der von Graphit oder Ruß be-
trägt, e(MgF2) = 0.35, ist die Gesamtemissivität
der Flamme kleiner, so daß angenommen werden
muß, daß die tatsächliche Flammentemperatur er-
heblich höher liegt. Kurve B zeigt den Verlauf eines
Schwarzkörperstrahlers der Temperatur 5600 K.
Nach der Reaktion hat sich am Boden des Zylinders,
in einem ca. 5 cm im Durchmesser messenden Kreis um
das Pellet herum eine bis zu 1 mm starke Schicht aus ei-
nem schwarzen pulverförmigen Material gebildet. Dieses
Material wird mit einem Spatel entfernt und direkt für die
pulverdiffraktometrische Messung eingesetzt. Aufgrund
des geringen Löslichkeitsprodukts von MgF2 (pKL= 8.2)
[12] konnte eine Abtrennung dieser Verbindung durch
Auswaschen bislang nicht durchgeführt werden.
2.1. Röntgen-Pulverdijfraktometrie
Das Röntgen-Pulverdiffraktogramm (Siemens D 5005
Diffraktometer / Cu K q ) des Verbrennungsrückstands
(0.05° Schritte, 20 s-Schritt“ 1, Bereich 5 - 70° in 26»)
zeigt zwölf Reflexe (Abb. 1). Davon können zehn dem
bei der Reaktion entstandenen Magnesiumfluorid zuge-
wiesen werden. Zwei Reflexe bei 29 = 26.5° und 54.4°
werden Graphit zugewiesen. Als Referenz wurde eine
Probe natürlicher Graphit (Edelgraphit GmbH, D-53175
Bonn) aufgenommen.
Der emissionsspektroskopisch ermittelte Meß-
wert deckt sich dennoch gut mit einer nach Gl. (2)
berechneten Flammentemperatur bei einer ange-
nommenen Zusammensetzung der Flammengase
(57.7% C(Graphit), und 28% MgF2, Rest Fluorkohlen-
stoffverbindungen [13]) zu 5260 K. Das eingangs
beschriebene System (-C2F4-)„/Mg liefert selbst bei
der optimalen Stöchiometrie lediglich eine Flam-
mentemperatur von 3800 K [3]. Somit stellt das
hier beschriebene System nach Kenntnis des Autors
das einzige bekannte Festkörpersystem dar, welches
eine Flammentemperatur jenseits von 5000 K lie-
fert. Ähnlich hohe Werte wurden zwar seit langem
2.2. Infrarot-Emissionsspektrometrie
Ein wie oben beschrieben gefertigter Pressling wird
auf einem Messing-Zylinder {h = 100 mm, d = 220 mm)
zwischen senkrecht stehenden Stahlsplinten, welche qua-
dratisch um den Mittelpunkt der Stirnseite angeordnet
sind, mit einem Klebeband fixiert und mit einem elektri-
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