M. Veith, T. Voigt, V. Huch
ARTICLE
gramm Diamond [28]. Vollständige Daten zu den Struktur-
bestimmungen (Ortsparameter, Auslenkungsparameter, Bindungs-
längen und -winkel, sowie Fo/Fc-Werte) sind hinterlegt [29].
wurde
[8].
Die
abschirmende
Wirkung
des
d1-Elektrons im Falle von TiIII lässt sich sehr schön aus
sämtlichen gemittelten TiO-Abständen ablesen: TiIII-O ϭ
1.986(9), TiIV-O ϭ 1.923(9). Erwartungsgemäß sind die
Ti-O-Abstände des TiIII deutlich länger als die des
Titan(IV) bei ähnlicher Koordination.
(py)2Li[(py)2Ti(OPh)4] (1), (py)2Li[(py)Ti(OPh)5] (2): In einem
100 ml Zweihalskolben werden 200 mg (25 mmol) Lithiumhydrid in
20 ml Toluol suspendiert. In 50 ml Toluol werden 2.35 g (25 mmol)
Phenol gelöst und auf einmal zugegeben. Die Mischung wird über
Nacht unter Rückfluss erhitzt. Die entstandene Suspension von
LiOPh wird auf Ϫ70 °C gekühlt (Trockeneis/Isopropanol). Dann
gibt man 5 ml Pyridin und 964 mg (6.25 mmol) TiCl3 (im Falle
von 1) bzw. 949 mg (5 mmol) TiCl4 (im Falle von 2) zu. Das Reak-
tionsgemisch wird bei Ϫ70 °C belassen. Man lässt über Nacht auf-
tauen, wobei sich eine braune (1) bzw. gelbe (2) Suspension bildet.
Das entstandene LiCl wird über Filtration getrennt und die Lösung
auf ca. 15 ml eingeengt.
Wie aus den Abbildungen zu entnehmen, variieren die
Ti-O-C-Winkel der beiden Moleküle 1 und 2 recht stark.
Dies kann entweder auf dπ-pπ-Wechselwirkungen [25] oder
auf sterische Effekte zurückgeführt werden. Bei sehr ge-
nauer Analyse der Abstände in (py)2Li[(py)2Ti(OPh)4] (1)
findet man in den zueinander trans stehenden Paaren unter-
˚
einander Abweichungen um 0.02 A: So sind O(2), O(3) und
N(1) näher am Titanatom als ihre jeweiligen „Partner“
O(1), O(4) bzw. N(2). Dies könnte eventuell durch die zu
erwartende Jahn-Teller-Verzerrung ausgelöst sein.
(py)2Li[(py)2Ti(OPh)4] (1): Es resultieren blauviolette Kristalle.
Die Mutterlauge wird verworfen und der erhaltene Kristallbrei
wird unter reduziertem Druck bis zur Trockene eingeengt. Aus-
beute: 3.25 g (70 % bezogen auf die eingesetzte Menge TiCl3).
C44H40LiN4O4Ti (743.64): C 75.33 (ber.: 71.0), H 5.65 (5.38), N
Die Lithiumatome sind in beiden TiIII- und TiIV-Verbin-
dungen tetraedrisch von jeweils zwei Stickstoffatomen der
Pyridinmoleküle und zwei Phenoxysauerstoffatomen um-
geben. Während die Lithium-Phenoxy-Sauerstoff-Abstände
7.86 (7.5) %. UV/VIS (Pyridin): λmax (ε)
: 536 nm [ν ϭ
˚
in 1 im Mittel 1.909(8) A betragen, weisen die analogen
Li-O-Abstände in 2 mit einem gemittelten Wert von
18663 cmϪ1] (825).
˚
1.927(9) A eine Dilatation auf. Da aufgrund des größeren
(py)2Li[(py)Ti(OPh)5] (2): Die verbleibende Lösung aus der Um-
setzung mit TiCl4 wird 24 h bei 4 °C gehalten, wobei sich gelbe
Kristalle bilden. Ausbeute nach Trennung von der flüssigen
Phase: 3.03 g (80 % bezogen auf die eingesetzte Menge TiCl4).
C45H40LiN3O5Ti (757.64): Korrekte Elementaranalyse. 1H-NMR
(200 MHz, 296 K) : δ ϭ 6.50Ϫ6.96 ppm (m, Py), 6.86Ϫ6.79 ppm
(m, Py), 6.86-7.35 (m, OPh), 8.60-8.62 (m, Py). 13C-NMR
(50.3 MHz, 296 K) : δ ϭ 123.6 ppm (s, Py), 130.2 (s, OPh), 135.9
(s, Py), 150.2 (s, Py).
Ti3ϩ-Ionenradius die Sauerstoffatome weniger vom Titan-
atom beansprucht werden, stehen sie im Gegensatz zu
TiIV einer effektiveren Li-O-Bindung zur Verfügung. Bei
den Li-N-Abständen kehren sich die Verhältnisse um: In 1
˚
erfahren die Li-N-Abstände (gemittelter Wert: 2.055(9) A)
im Vergleich zur TiIV-Verbindung 2 mit einem mittleren Ab-
˚
stand von 2.033(9) A eine Aufweitung. Durch die Verkür-
zung der Ti-O-Abstände in der TiIV-Verbindung wird die
sterische Wechselwirkung zwischen den Pyridinliganden
und den Phenoxyliganden erhöht, was zu einer Dehnung
der Li-N-Abstände führt.
Danksagung
Diese Arbeit wurde im Rahmen der GRK 532 durchgeführt. Der
DFG sei für die finanzielle Unterstützung gedankt.
Experimenteller Teil
Literatur
Alle Arbeiten wurden unter getrocknetem Stickstoff, in einer modi-
fizierten Stock’schen Vakuumapparatur, durchgeführt. Zur Syn-
these der Titanverbindungen wurden Standardapparaturen, wie
Dimrothkühler und Umkehrfritten, verwendet.
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Zur Verwendung kamen getrocknete und gereinigte Lösemittel
(Toluol, THF über Natriumdraht/Benzophenon; Pyridin über
KOH refluxiert und destilliert). Das Lithiumsalz des Phenols wurde
stets durch Umsetzen von LiH mit Phenol (Lösungsmittel Toluol)
erhalten und ohne weitere Aufarbeitung eingesetzt. Phenol,
Titan(III)-Chlorid und Titan(IV)-Chlorid wurden über den Chemi-
1
kalienhandel (Aldrich) bezogen. Die H- und 13C-NMR-Spektren
wurden auf einem ACF 250 NMR-Spektrometer der Fa. Bruker
aufgenommen, als interner Standard diente Benzol d6. Der
C-,H-,N-Analytik diente der CHN-900 Elemental Analysator der
Fa. Leco Corporation (St. Joseph, Mi, USA). Die UV-Vis-Spektren
wurden auf einem UV-Vis-Spektrometer des Typs Lambda 35 der
Fa. Perkin-Elmer aufgenommen. Zur Aufnahme der Röntgen-
reflexe diente ein X8-Apex CCD Diffraktometer der Firma Bruker
AXS. Die Berechnung und Verfeinerung der Strukturen erfolgte
mit Hilfe der Programme SHELXS-97 [26] und SHELXL-97 [27].
Die Darstellung der Molekülstrukturen erfolgte mit dem Pro-
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© 2009 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Z. Anorg. Allg. Chem. 2009, 43Ϫ47