J. Klunker u. a., N,N-Dimethylcarbamato-Komplexe von Kupfer und Zink
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einigen Tagen verschwindet die zunaÈchst blaue FaÈrbung der
LoÈsung, und es bilden sich kubische, farblose Kristalle von 2,
die aus Ethylacetat und Dimcarb (20 : 1) umkristallisiert wer-
den. C7H17N3O2 (M = 175,24 g/mol); C 48,02 (ber. 47,98);
H 9,51 (9,78); N 23,88 (23,98)%; Raman-Spektrum [cm±1]
3009 m, 2934 s, 2847 m, 2778 w, 1630 w, 1502 m, 1445 s,
1422 m, 1386 w, 1266 w, 1136 w, 1055 w, 1025 m, 948 m,
828 s, 750 s, 608 m, 570 m, 497 m, 450 m; Massenspektrum
(Temperatur der Ionenquelle: 200 °C, Ionisationsenergie:
70 eV) m/e 90 (3%) [Me2N=C(OH)2]+, 89 (50%)
[Me2N=C(OH)O]´ +, 88 (14%) [Me2N=COO]´ +, 87 (7%)
[Me2N±C(=NH2)Me]+, 86 (100%) [Me2N±C(=NH)Me]´ +, 72
(12%) [Me2N=C=O]+, 71 (24%) [Me±C(=NH)NH=CH2]+,
57 (53%) [Me±CN2H2]+ und [Me±N=C=O]´ +.
koordinierenden O-Atome der einzaÈhnigen Carba-
matliganden zu zwei Komplexanionen, die in der kri-
stallographischen x-Richtung um eine Translationspe-
riode versetzt sind, aus (vgl. Abb. 2 und 3 sowie
Tab. 3), so daû auch hier von einer Art Kettenstruktur
gesprochen werden kann.
Ê
Tabelle 3 Parameter der WasserstoffbruÈckenbindungen/A, °
in den Kristallen von [Cu(O2CNMe2)2(NHMe2)2] (1) und
(NH2Me2)[Zn2(O2CNMe2)5] ´ MeCN (3)
N ´ ´ ´ O
H ´ ´ ´ O
N±H ´ ´ ´ O
Verbindung 1
N3 ´ ´ ´ O2a)
2,835(3)
2,865(3)
2,09(3)
2,11(3)
151(3)
154(3)
Dimethylammonium-tris(l-N,N-dimethylcarbamato-O,O')-
bis(N,N-dimethylcarbamato-O)dizinkat-Acetonitrilsolvat
[H2NMe2][Zn2(O2CNMe2)5] ´ CH3CN (3): Die Verbindung
wird auf zwei Wegen erhalten:
N4 ´ ´ ´ O4b)
Verbindung 3
N2 ´ ´ ´ O2 dc)
2,680(5)
2,711(5)
1,69(6)
2,02(5)
168(5)
154(4)
N2 ´ ´ ´ O2 ed)
a) Spontane AufloÈsung von Zink
In 0,1 mol Dimcarb und 10 ml Acetonitril werden 10 mmol
Zink (Reinheit < 3 N) eingetragen. Zink loÈst sich unter Was-
serstoff- und Dimethylaminentwicklung, und der Komplex
kristallisiert bereits waÈhrend der Reaktion als farblose Na-
deln aus. Umkristallisation aus Acetonitril/Dimcarb 10 : 1.
Ausbeute: 3,1 g (94% d. Th.).
a)
0,5 + x, y, 0,5 ± z
±0,5 + x, y, 0,5 ± z
±1 + x, y, ±1 + z
x, y, ±1 + z
b)
c)
d)
C19H41N7O10Zn2 (M = 658,35 g/mol); C 34,04 (ber. 34,67);
H 5,78 (6,28); N 14,64 (14,89)%; Raman-Spektrum [cm±1]
3027 m, 2939 s, 2874 s, 2249 m, 1460 s, 1412 m, 1284 m,
1055 m, 918 w, 898 m, 850 s.
3
Experimenteller Teil
Synthesen
b) Elektrosynthese
Alle Arbeiten wurden in sorgfaÈltig getrockneten LoÈsungs-
mitteln unter Argon durchgefuÈhrt. Das Dimethylamin-Koh-
lendioxid-Addukt (Dimcarb) wurde nach Literaturvorschrift
[1] synthetisiert. Acetonitril (Merck) hatte einen Wasserge-
halt von 50 ppm. Die Elektrosynthesen wurden mit einem
Potentiostaten PAR 273 A (EG & G) durchgefuÈhrt. Die Po-
tentiale beziehen sich auf die gesaÈttigte Kalomelelektrode
(SCE).
Die potentiostatische Elektrosynthese wird in einer ungeteil-
ten zylindrischen Glas-Elektrolysezelle durchgefuÈhrt. Ano-
de: stabfoÈrmige Zinkelektrode (5 N, Chempur), Durchmes-
ser 10 mm; Kathode: Platinnetzelektrode; Bezugselektrode:
Kalomelelektrode mit Haber-Luggin-Kapillare und Glas-
diaphragma. Der Elektrolyt besteht aus einer Acetonitril/
Dimcarb-Mischung im VerhaÈltnis 1 : 1. Die Zinkanode wird
zunaÈchst 5 min bei ±1,8 V aktiviert, die anschlieûende Elek-
trolyse wird bei einem Potential von ±1,1 V durchgefuÈhrt. Im
Verlauf der Elektrolyse steigt der Strom auf ca. 75 mA.
WaÈhrend der Elektrolyse wird der Elektrolyt geruÈhrt und
mit Argon durchspuÈlt. Das Produkt kristallisiert nach Ein-
engen des Elektrolyten im Vakuum aus und wird anschlie-
ûend umkristallisiert. Stromausbeute: 96%.
Bis(N,N-dimethylcarbamato-O,O')-bis(dimethylamino)-
kupfer(II) [Cu(HNMe2)2(O2CNMe2)2] (1): 10 mmol Cu-Pul-
ver (99,8%, Riedel-de Haen) werden in einem 500 ml
SchlenkgefaÈû in 50 ml Acetonitril und 30 mmol Dimcarb
suspendiert. Das SchlenkgefaÈû wird mit Sauerstoff befuÈllt,
verschlossen und bis zur vollstaÈndigen KupferaufloÈsung ge-
schuÈttelt (ca. 2 h bei Raumtemperatur). Nach dem Einengen
der tiefblauen LoÈsung im Vakuum auf 10 ml kristallisiert der
Komplex bei 0 °C. Das Produkt wird abfiltriert und aus
einem Gemisch von Acetonitril und Dimcarb (20 : 1) umkri-
stallisiert. Die nadelfoÈrmigen blauen Kristalle sind nicht
vakuumstabil, koÈnnen aber bei Raumtemperatur unter Di-
methylamin gelagert werden. Ausbeute: 2,9 g (88% d. Th.).
C10H26N4O4Cu (M = 329,89 g/mol); C 35,96 (ber. 36,41);
H 7,54 (7,94); N 16,41 (16,98)%. Wegen der thermischen In-
stabilitaÈt gegenuÈber dem Raman-Laser konnte von Verbin-
dung 1 kein Raman-Spektrum erhalten werden.
RoÈntgenkristallstrukturanalysen von 1 und 3
FuÈr die Kristallstrukturuntersuchungen wurden geeignete
Einkristalle der Verbindungen 1 und 3 bei 200 K auf einem
STADI4-Diffraktometer der Firma Stoe & Cie mit MoKα-
Ê
Strahlung (Graphitmonochromator, k = 0,71073 A) vermes-
sen (h/2 h-Abtastung). Die Gitterkonstanten wurden auf der
Grundlage einer Least-Squares-Verfeinerung der Einstell-
winkel von 82 (1) bzw. 88 (3) Reflexen im 2 h-Bereich 10,2±
15,7° (10,0±14,8°) bestimmt. Zur Datenreduktion wurden
Lorentz- und Polarisationskorrektur sowie bei 3 eine empiri-
sche Absorptionskorrektur auf der Grundlage von w-Scans
durchgefuÈhrt.
Die Strukturen wurden mit Patterson-Methoden geloÈst
und nach der Methode der kleinsten Fehlerquadrate auf F2
verfeinert. Dabei erhielten die Nicht-H-Atome anisotrope
N,N-Dimethylaminoethan-1-ylidenammonium-dimethyl-
carbamat [Me2NC(=NH2)Me]O2CNMe2 (2): Eine LoÈsung
von 50 mmol Dimcarb in 10 ml Acetonitril wird in einem
100 ml SchlenkgefaÈû kurz mit trockenem Sauerstoff gespuÈlt
und ein Kupferblech (30 × 10 × 0,2 mm) zugegeben. Nach