R. Richter u. a.
Abb. 4 Kristallstruktur von 4 (Projektion in y-Richtung)
Abb. 6 Struktur einer Polyiodid-Schicht in 4 (x ≈ 0,5)
Ê
AbstaÈnde (A) und Winkel (°): I1±I2 2,838(1); I2±I3 3,082(1); I3±I4
3,231(1); I4±I5 2,783(1); I5±I6 3,381(2); I6±I7 3,003(1); I7±I8 2,874(1); I9±
I10 2,883(1); I10±I11 3,010(2); I11±I12 3,316(2); I12±I13 2,775(2); I14±I15
2,835(1); I15±I16 3,106(1); I16±I17 3,165(1); I17±I18 2,796(1); I19±I20
2,877(1); I20±I21 3,014(1); I22±I23 2,899(1); I23±I24 2,998(1); I1±I2±I3
179,32(5); I2±I3±I4 99,60(5); I3±I4±I5 175,22(5); I4±I5±I6 171,85(5); I5±
I6±I7 167,30(4); I6±I7±I8 178,85(5); I9±I10±I11 177,66(5); I10±I11±I12
89,65(5); I11±I12±I13 175,75(5); I14±I15±I16 178,58(5); I15±I16±I17
87,38(5); I16±I17±I18 173,23(5); I19±I20±I21 176,86(4); I22±I23±I24
176,62(4)
Abb. 5 Kationenstruktur in 4
AusgewaÈhlte AbstaÈnde (A) und Winkel (°) (Mittelwerte der sechs sym-
Ê
metrieunabhaÈngigen Kationen): S±N 1,69; S±C1 1,69; N±C3 1,37; N±C10
1,46; C1±C2 1,36; C1±C4 1,44; C2±C3 1,36; N±S±C1 92,4; S±N±C3 110,6;
S±C1±C2 110,6; C1±C2±C3 113,8; N±C3±C2 112,6
±
iodid-Ionen I5 den Aufbau I2 ´ ´ ´ I± ´ ´ ´ I2 bzw. I3± ´ ´ ´ I2
2±
und
das
Octaiodid-Ion
I8
den
Aufbau
I2 ´ ´ ´ I± ´ ´ ´ I2 ´ ´ ´ I± ´ ´ ´ I2 bzw. I3± ´ ´ ´ I2 ´ ´ ´ I3 . Die naÈchst-
±
Ê
Polyiodid-Schichten betraÈgt 8,645(1) A (I3 ± I21[0.5 ± x,
folgenden Iod-Iod-AbstaÈnde innerhalb der Schichten
betragen 3,499(1); 3,565(2); 3,658(1) und 3,702(1) A.
1 + y, 0.5 + z]).
Ê
Die sechs symmetrieunabhaÈngigen Isothiazolium-
Kationen unterscheiden sich in ihrer Struktur nicht
wesentlich (Abb. 5). Auch hier ist die positive Ladung
der Kationen, erkennbar am vollstaÈndigen Bindungs-
ausgleich, uÈber den Isothiazol-FuÈnfring delokalisiert.
Die Winkel zwischen den Isothiazol- und den Phenyl-
ringen schwanken zwischen 2,8(10) und 25,3(7)°.
Zwischen den Kationen-Schichten sind die Poly-
iodid-Anionen in nur wenig gewellter Form (Schicht-
Diese koÈnnen wiederum als schwaÈchere sekundaÈre
Bindungen zwischen den aufgefuÈhrten Polyiodid-Ein-
heiten betrachtet werden. Ein zweidimensionales po-
lymeres Netzwerk von I-Atomen wuÈrde jedoch selbst
bei Akzeptanz dieser AbstaÈnde als echte Bindungen
nicht vorliegen, da von den Atomen I1, I9 und I22 nur
jeweils eine kovalente Bindung ausgeht. Der naÈchst-
Ê
folgende I±I-Abstand von 3,908(1) A entspricht be-
Ê
reits kurzen van-der-Waals-Kontakten, wie sie bei Tri-
iodiden haÈufig beobachtet werden. Auch hier
verlaufen alle I±I-Bindungen innerhalb der Schichten
naÈherungsweise parallel oder orthogonal zueinander.
dicke 1,335 A) angeordnet. Diese Schichten enthalten
24 symmetrieunabhaÈngige Iod-Atome, die auch hier
aus I2-MolekuÈlen und I±-Ionen aufgebaut sind
(Abb. 6). Sie lassen sich entsprechend den Iod-Iod-
AbstaÈnden wiederum zu zwei unsymmetrischen linea-
±
ren Triiodid-Ionen I3 (I±I-AbstaÈnde 2,877 und
Experimentelles
Ê
Ê
3,014 A bzw. 2,899 und 2,998 A), zwei in unterschiedli-
chem Maûe unsymmetrischen V-foÈrmigen Pentaiodid-
Synthesen
±
Ionen I5 (I±I-AbstaÈnde 2,835; 3,106; 3,165 und
Ê
Ê
2-Phenyl-5-ferrocenyl-isothiazolium-pentaiodid 3. a) Zu
40 ml einer methanolischen LoÈsung von 0,17 g (0,5 mmol) 1-
Ferrocenyl-3-phenylamino-thiopropenon 1 wird bei Raum-
temperatur eine methanolische LoÈsung von 0,63 g (5 mmol)
Iod getropft. Nach wenigen Minuten faÈrbt sich die Reak-
tionsloÈsung dunkelgruÈn. Man ruÈhrt zwei Stunden und befreit
dann durch schonendes Eindampfen vom LoÈsungsmittel.
Der zuruÈckbleibende Feststoff wird mit Ether gewaschen
und aus Aceton/Methanol/Wasser (2 : 2 : 1) umkristallisiert.
b) Die Darstellung erfolgt analog zu a) mit dem Unter-
2,796 A bzw. 2,883; 3,010; 3,316 und 2,775 A) und ei-
2±
nem Octaiodid-Ion I8 (I±I-AbstaÈnde 2,838; 3,082;
3,231; 2,783; 3,381; 3,003 und 2,874 A) zusammenfas-
Ê
sen. UngewoÈhnlich erscheint dabei die Struktur des
letzteren Ions, dessen L-foÈrmige Anordnung bisher
nur als Baugruppe eines komplizierteren Verbandes
beobachtet wurde [17], waÈhrend Octaiodid-Ionen an-
sonsten haÈufig Z-foÈrmig gebaut sind [20]. Die Tri-
±
iodid-Ionen I3 zeigen den Aufbau I2 ´ ´ ´ I±, die Penta-
514
Z. anorg. allg. Chem. 1999, 625, 511±516