Synthese und Struktur von Vinamidinatodiiodalanen
Elementaranalyse für C17H17AlI2N2 (M ϭ 530.13 g/Mol): C 38.07
(ber. 38.52), H 3.66 (3.23), N 4.95 (5.28) %.
Auch das Ausmaß der Faltung entlang der Ringdiagonalen
Al(1)-C(2) ist ähnlich [Interplanarwinkel Al(1)N(1)C(1)/
Al(1)N(2)C(3) 11° (6a) bzw. 13° (6b)]. Die AlI-Abstände
[6a: Al(1)-I(1) 2.554(5), Al(1)-I(2) 2.522(6); 6b: Al(1)-I(1)
2.547(2), Al(1)-I(2) 2.549(2) A] liegen im AlI-Normbereich
von Verbindungen des Aluminiums der Koordinationszahl
4.
1H-NMR (CD2Cl2, TMS): δ ϭ 1.24 (s, 6 H, 4,6-Me), 5.19 (s, 1 H, 5-H),
6.91-7.28 (m, 10 H, Ph).
13C-NMR (CD2Cl2, TMS): δ ϭ 23.5 (4,6-Me), 97.5 (C5), 126.6, 127.6, 129.2,
143.7 (Ph), 169.6 (C4,6).
˚
27Al-NMR (CD2Cl2 [C6D6], [Al(H2O)6]3ϩ): δ ϭ 82 [83].
MS (EI, 70 eV): m/z ϭ 530 (18 [Mϩ]), 403 (100 [Mϩ-I]) und weitere Bruch-
stücke.
Die Gegenüberstellung von Strukturen entsprechend
substituierter Vinamidinalane [4] und Vinamidindichlora-
lane [3] erbringt gleichfalls keine nennenswerten Unter-
schiede, so daß die dort geführte Diskussion auf die Titel-
verbindungen übertragen werden kann. Auffällig jedoch ist
die in allen Verbindungen (1, X, Y ϭ H, Cl, I) beobachtete
Konstanz der Bindungswinkel X-Al-Y [I(1)-Al-I(2)
108.51(16), (6a), 110.52(7) (6b)], die in deutlichem Wider-
spruch zur Aussage des VSEPR-Konzepts [22] steht und
vermutlich durch den Einbau der Aluminium-Atome in das
starre Sechsringsystem gesteuert wird. Wir sehen die hohe
Reaktionsbereitschaft von 6 auch in Zusammenhang mit
der hierdurch erzwungenen Annäherung der Iodatome.
(C7H13N2)Li (8a). Eine Lösung von 5.0 g (4.1 mmol) 7a in 100 ml
Petrolether wird auf Ϫ78 °C gekühlt, mit 25.3 ml (4.1 mmol) einer
1.6 m Lösung von n-Butyllithium in n-Hexan versetzt und nachfol-
gend 1 h bei Ϫ78 °C gerührt. Nach 3 h Rühren bei Raumtempera-
tur wird der resultierende Feststoff abgetrennt, mehrfach mit Pe-
trolether gewaschen und i. Vak. getrocknet. Ausbeute: 4.9 g (94 %),
hellgelber Feststoff.
Elementaranalyse für C7H13LiN2 (M ϭ 132.13 g/mol): C 63.27
(ber. 63.63), H 10.28 (9.92), N 20.91 (21.20) %.
1H-NMR (THF-d8, TMS): δ ϭ 1.67 (s, 6 H, 4,6-Me), 2.91 (s, 6 H, 1,3-Me),
3.90 (s, 1 H, 5-H).
13C-NMR (THF-d8, TMS): δ ϭ 20.7 (4,6-Me), 37.7 (1,3-Me), 91.4 (C5),
164.5 (C4,6).
(C11H21N2)Li (8b). Eine Lösung von 5.05 g (27.8 mmol) 7b in
100 ml Petrolether wird auf Ϫ20 °C gekühlt, mit 19.4 ml
(29.1 mmol) einer 1.5 m Lösung von tert-Butyllithium in n-Hexan
versetzt und nachfolgend 3 h bei Ϫ20 °C gerührt. Nach 6 h Rühren
bei Raumtemperatur wird der resultierende Feststoff abgetrennt,
mehrfach mit Petrolether gewaschen und i. Vak. getrocknet. Aus-
beute: 4.6 g (91 %), farbloser Feststoff.
Experimenteller Teil
Sämtliche Arbeiten wurden in gereinigten Lösungsmitteln unter
Schutzgas durchgeführt. 5a-c [4], 7a [23], und 7b [3] wurden nach
Literaturangaben hergestellt. Die verwendeten Ammoniumsalze
haben wir durch Umsetzung der wäss. Lösungen von Trimethyl-
amin mit den entsprechenden Säuren, azeotrope Trocknung und
nachfolgende Sublimation der hieraus gewonnenen Produkte erhal-
ten. Weitere Angaben zu den Kristallstrukturuntersuchungen kön-
nen beim Cambridge Crystallographic Data Centre (E-mail: depo-
sit@ccdc.cam.ac.uk) unter Angabe der Hinterlegungsnummern
CCDC 177372 (6a) und CCDC 177373 (6b) angefordert werden.
Elementaranalyse von C11H21LiN2 (188.24 g/Mol): C 69.82 (ber.
70.19), H 11.68 (11.24), N 14.35 (14.88) %.
1H-NMR (THF-d8, TMS): δ ϭ 0.99 (d, 12 H, CHMe2, 3J ϭ 6.3 Hz), 1.74
(s, 6 H, 4,6-Me), 3.61 (sept, 2 H, CHMe2), 3.71 (2, 1 H, 5-H).
13C-NMR (THF-d8, TMS):
δ ϭ 21.5 (4,6-Me), 25.8 (CHMe2), 50.1
(CHMe2), 91.7 (C5), 160.8 (C4,6).
(C11H21N2)AlI2 (6b). Eine Lösung von 0.81 g (4.3 mmol) 7b in
100 ml Petrolether wird auf Ϫ78 °C gekühlt, mit 1.76 g (4.3 mmol)
AlI3 versetzt und 5 h bei Ϫ78 °C, anschließend 10 h bei 0 °C und
10 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach Entfernen der flüchtigen
Bestandteile i. Vak. wird der resultierende Rückstand mehrfach mit
Petrolether/Diethylether (80/20) extrahiert. Der nach erneutem Ein-
dampfen verbliebene Feststoff wird aus Toluol/Dichlormethan bei
Ϫ30 °C umkristallisiert. Ausbeute: 1.21 g (61 %), gelber Feststoff.
(C7H13N2)AlI2 (6a). Eine Lösung von 1.54 g (10 mmol) 5a in 60 ml
Dichlormethan wird bei Ϫ20 °C mit 3.74 g (20 mmol) [Me3NH]I
versetzt und 3 h bei Ϫ20 °C gerührt. Anschließend wird unter Rüh-
ren auf 0 °C, nach weiteren 8 h auf Raumtemperatur erwärmt. Der
nach Entfernen des Lösungsmittels i. Vak. verbliebene Rückstand
wird dreimal mit je 20 ml Toluol extrahiert. Der nach erneutem
Eindampfen verbliebene Feststoff wird aus Toluol/Pentan bei
Ϫ30 °C umkristallisiert. Ausbeute: 3.6 g (89 %), schwach gelbe Kri-
stalle. 6a wird analog zu 6b auch durch Umsetzung von 8a mit AlI3
(94 % Ausbeute) erhalten.
Elementaranalyse von C11H21AlI2N2 (M ϭ 462.09 g/mol): C 28.21
(ber. 28.59), H 4.79 (4.58), N 5.77 (6.06) %.
1H-NMR (CD2Cl2 [C6D6], TMS): δ ϭ 1.54 [1.36] (d, 12 H, CHMe2, 3J ϭ
6.9 Hz), 2.12 [1.41](s, 6 H, 4,6-Me), 4.24 [3.93] (sept, 2 H, CHMe2), 4.86
[4.34] (s, 1 H, C5).
Elementaranalyse für C7H13AlI2N2 (M ϭ 405.98 g/mol): C 20.22
(ber. 20.71), H 3.52 (3.23), N 6.37 (6.90) %.
13C-NMR (CD2Cl2 [C6D6], TMS): δ ϭ 23.2 [22.9] (4,6-Me), 24.0 [23.3]
CHMe2), 51.1 [50.8] (CHMe2), 101.1 [100.0] (C5), 169.6 [168.8] (C4,6).
27Al-NMR (C6D6, [Al(H2O)6]3ϩ): δ ϭ 71.6.
1H-NMR (CD2Cl2 [C6D6], TMS): δ ϭ 2.06 [1.13] (s, 6 H, 4,6-Me), 3.00 [2.52]
(s, 6 H, 1,3-Me), 5.02 [4.33] (s, 1 H, 5-H).
13C-NMR (CD2Cl2 [C6D6], TMS): δ ϭ 22.2 [21.2] (4,6-Me), 34.6 [34.0] (1,3-
Me), 99.1 [98.9] (C5), 171.5 [170.6] (C4,6).
MS (EI, 70 eV): m/z ϭ 462 (15, [Mϩ]), 335 (100, [Mϩ - I]) und weitere Bruch-
stücke.
27Al-NMR (CD2Cl2 [C6D6], [Al(H2O)6]3ϩ): δ ϭ 86 [84].
MS (EI, 70 eV): m/z ϭ 406 (13 [Mϩ]), 279 (100 [Mϩ Ϫ I]) und weitere Bruch-
stücke.
(C7H13N2)AlBr2 (9a). Eine Lösung von 0.61 g (4.0 mmol) 5a in
25 ml Toluol wird bei Ϫ10 °C mit 1.1 g (8.0 mmol) [Me3NH]Br ver-
setzt und 24 h bei Ϫ10 °C gerührt. Anschließend wird auf Raum-
temperatur erwärmt und weitere 3 h gerührt. Der nach Entfernen
der flüchtigen Bestandteile i. Vak. verbliebene Rückstand wird mit
Toluol extrahiert. Der nach erneutem Eindampfen verbliebene
Feststoff wird aus Toluol bei Ϫ30 °C umkristallisiert. Ausbeute
0.98 g (80 %), gelber Feststoff. 9a wird analog zu 6b auch durch
Umsetzung von 8b mit AlBr3 (68 % Ausbeute) bzw. durch Umset-
zung von 7a mit AlBr3 in Gegenwart von NEt3 erhalten.
(C17H17N2)AlI2 (6c). Eine Lösung von 0.8 g (3.80 mmol) 5c in
30 ml Dichlormethan wird bei 0 °C mit 1.08 (57.6 mmol)
[Me3NH]I versetzt und 24 h bei 0 °C, anschließend weitere 24 h bei
10 °C gerührt. Der nach Entfernen der flüchtigen Bestandteile i.
Vak verbliebene Rückstand wird dreimal mit je 30 ml Toluol/Di-
chlormethan (80/20) extrahiert. Der nach erneutem Eindampfen
verbliebene Feststoff wird aus Toluol/Dichlormethan bei Ϫ30 °C
umkristallisiert. Ausbeute: 0.72 g (47 %), schwach gelber Feststoff.
Z. Anorg. Allg. Chem. 2002, 628, 458Ϫ462
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