G. Schäfer et al. • Oxidative und Photo-Phosphorylierung
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hitzt. 136 g (1,5 mol) Thiosemicarbazid werden
portionsweise hinzugegeben. Die Temperatur steigt
dabei auf 67 °C an. Nach beendeter Zugabe wird
langsam auf 105 °C erwärmt und bei dieser Tem-
Die analytischen Daten dieser beiden Verbindun-
gen sind in Tab. I enthalten.
Ergebnisse
peratur
2 Stunden nachgerührt. Das Reaktions-
gemisch wird anschließend auf 5 1Eiswasser gegeben.
Hierbei bildet sich ein zähes öl. Nach Neutralisation
mit wäßriger NH3-Lösung erhält man einen Fest-
stoff. Dieser wird abgesaugt, mit 101 Wasser gewa-
schen und getrocknet. Nach Auskochen mit 2 1 Li-
groin bildet sich ein grüner Feststoff. Man erhält
88 g (37,5% der Theorie) 2-Amino-5-Zerf-butyl-
1.3.4-thiadiazol 9 vom Schmelzpunkt 180—182 °C.
Als Kriterium für das Ausmaß der Entkopplung
wurde die Methode des sogenannten „state-3 release“
gewählt. Dabei wird die Atmung durch Abwesenheit
eines Phosphatakzeptors (ADP) im kontrollierten
Zustand gehalten und kontinuierlich registriert. Zu-
satz von Entkoppler führt zu einer der Aktivität des
Entkopplers entsprechenden Aufhebung dieser Kon-
trolle und daher zur Beschleunigung der Sauerstoff-
aufnahme. Dieser Vorgang ist konzentrationsabhän-
gig und erlaubt eine Titration mit Entkoppler, wie
früher gezeigt 6. Die Effektivität wird im pI50-Wert
als negativer Logarithmus der halbmaximalen Wirk-
konzentration ausgedrückt. Bei über die maximale
Aktivierung der Atmung hinausgehenden Konzen-
trationen führen alle Entkoppler zu einer sukzessi-
ven Atmungshemmung. Diese wird hier nicht näher
diskutiert; sie setzt sich aus einer teilweisen, für
niedrige Konzentrationen vernachlässigbaren Hem-
mung des Elektronentransportes in der Atmungs-
kette und aus einer bei erhöhten Konzentrationen
auftretenden kompetitiven Hemmung der Aufnahme
von Substratanionen zusammen 5’21>22.
2. 2-Anilino-l .3.4-thiadiazole
2- (2,-Chlor-4,.6,-dinitro-anilino) -5-trifluormethyl-
1.3.4-thiadiazol (Verb. 1 in Tab. I)
23,7 g 1.2-Dichlor-4.6-dinitro-benzol und 2-
Amino-5-trifluormethyl-1.3.4-thiadiazol werden in
300 ml Methanol gelöst. Nach Zugabe von 31ml
24-prozentiger wäßriger Natronlauge wird das Re-
aktionsgemisch 1 Stunde unter Rückfluß erhitzt. Da-
nach wird auf 20 °C abgekühlt und mit 10-prozenti-
ger Salzsäure versetzt, bis ein pH-Wert von 3 er-
reicht ist. Dabei fällt das Produkt als gelber Fest-
stoff aus, welcher abgesaugt, mit 2 1 Wasser gewa-
schen und anschließend getrocknet wird. Man er-
hält 31.8 g (86% der Theorie) 2-(2/-Chlor-4/.6/-di-
nitro-anilino) -5-trifluormethyl-1.3.4-thiadiazol vom
Schmelzpunkt 192 —193 °C. UV : -2max 306 nm; log e
= 4,98.
Tab. II gibt eine Zusammenfassung der pl50-
Werte für alle Verbindungen aus Tab. I. Die pI5o-
Werte für die Entkopplung der oxidativen Phospho-
rylierung sind dabei denen in der Photophosphory-
lierung und der Hill-Reaktion gegenübergestellt.
Die analytischen Daten sind mit weiteren Beispie-
len 2 —14 in Tab. I aufgeführt.
3. 2-(N-M ethylanilino)-1.3.4-thiadiazole
2- (2/-Chlor-4/.6,-dinitro-N-methylanilino) -5-trifluor-
methyl-1.3.4-thiadiazol (Verb. 15 in Tab. I)
1. Photophosphorylierung und Photosynthese
In den photosynthetischen Systemen sind die ge-
testeten Anilino-thiadiazole sowohl Hemmstoffe des
Elektronentransportes als auch der Photophosphory-
lierung (letzteres in einem cyclischen System gemes-
sen, das nur Photosystem I benötigt). Dabei sind im
Falle der CF3 substituierten Anilino-thiadiazole ge-
ringere Konzentrationen für die Hemmung der
Photophosphorylierung als für die des Elektronen-
transportes notwendig. Bei den ferf-Butyl-substitu-
ierten Thiadiazol-derivaten ist dagegen meist die
Hemmung des Elektronentransportes ausgeprägter.
Wie in Mitochondrien sind also die Trifluormethyl-
derivate wesentlich bessere Hemmstoffe der Photo-
phosphorylierung als die ferf-Butyl-derivate.
Zu 9,5 g (0,0257 mol) 2-(2,-Chlor-4/.6,-dinitro-
anilino)-5-trifluormethyl-1.3.4-thiadiazol, gelöst in
200 ml abs. Äther, wird soviel ätherische Diazo-
methanlösung hinzugegeben, bis die N2-Entwicklung
beendet ist. Überschüssiges Diazomethan wird durch
Zugabe verdünnter Salzsäure zersetzt. Die ätherische
Phase wird abgetrennt und über Na2S04 getrocknet.
Der Äther wird am Rotationsverdampfer abgezogen
und das zurückbleibende Öl mit 100 ml Diisopropyl-
äther ausgerührt.
Es entsteht ein gelber Feststoff. Man erhält 4,0 g
(40,6% der Theorie) 2-(2/-Chlor-4/.6/-dinitro-N-
methylanilino) -5-trifluormethyl-1.3.4-thiadiazol vom
Schmelzpunkt 97 °C. NMR: $CH3= 3,75 ppm.
Analog wird das 2-(2/-Chlor-4,.6/-dinotro-N-
Die Abhängigkeit der Hemmwirkung von der
Substitution zeigt eine Erhöhung der Wirksamkeit
methylanilino) -5-terf-butyl-1.3.4-thiadiazol
(Verb.
16 in Tab. I) erhalten. Schmelzpunkt 129 —131 °C.
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Download Date | 7/11/19 2:11 PM