Dithallium-tris(dimesylamido-N)argentat
Tabelle 2 Strukturdaten des Komplexanions in Tl
ben in pm oder °)
2
[AgA
3
] (Anga-
ner als die übrigen SϪN-Abstände (Mittelwert 161,0°), so
wie es das Prinzip der Bindungsordnungserhaltung fordert.
Es resultiert ein trigonal-planares AgN -System mit be-
3
AgϪN(1)
AgϪN(21)
AgϪN(11)
Ag···O(1)
Ag···O(3)
Ag···O(21)
Ag···O(23)
Ag···O(11)
226,0(6)
225,6(6)
236,3(6)
323,2(6)
300,6(6)
297,8(6)
341,0(6)
317,3(6)
329,7(6)
160,6(7)
161,2(6)
160,9(6)
161,2(6)
159,3(6)
159,6(6)
149,8(2)
102,8(2)
107,3(2)
359,9
N(1)ϪAg···O(3)
N(21)ϪAg···O(3)
N(11)ϪAg···O(3)
N(21)ϪAg···O(21)
N(11)ϪAg···O(21)
N(1)ϪAg···O(21)
O(3)···Ag···O(21)
AgϪN(1)ϪS(1)
AgϪN(1)ϪS(2)
S(1)ϪN(1)ϪS(2)
Summe an N(1)
AgϪN(21)ϪS(21)
AgϪN(21)ϪS(22)
S(21)ϪN(21)ϪS(22)
Summe an N(21)
AgϪN(11)ϪS(11)
AgϪN(11)ϪS(12)
S(11)ϪN(11)ϪS(12)
Summe an N(11)
52,90(19)
108,57(19)
118,39(19)
52,85(19)
98,2(2)
120,70(19)
68,24(14)
123,1(3)
114,2(3)
122,5(4)
359,8
111,4(3)
123,0(3)
122,4(4)
356,8
117,8(3)
120,1(3)
121,4(4)
359,3
trächtlicher Winkelverzerrung, jedoch geringer Pyramidali-
sierung (Summe der NϪAgϪN-Winkel: 359,9°). Aus in-
tern-sterischen und packungsbedingten Gründen sind die
NS -Ebenen der Liganden erheblich gegen die mittlere
2
AgN -Ebene verdrillt, zu ermessen aus entsprechenden In-
3
terplanarwinkeln von 63,3° für A1, 62,7° für A11 und 84,7°
Ag···O(13)
S(1)ϪN(1)
S(2)ϪN(1)
für das pseudo-C -symmetrische Konformer A21. Bezüg-
S
lich der annähernd trigonal-planaren AgS -Umgebungen
2
S(21)ϪN(21)
S(22)ϪN(21)
S(11)ϪN(11)
S(12)ϪN(11)
N(1)ϪAgϪN(21)
N(1)ϪAgϪN(11)
N(21)ϪAgϪN(11)
Summe an Ag
der Stickstoffatome fällt auf, daß die Bindungswinkel am
N-Atom des weniger fest gebundenen Ions A11 nur gering-
fügig von 120° abweichen, während für A1 und A21 im
Ϫ
[
AgA ] -Fragment
beträchtliche
Diskrepanzen
der
2
AgϪNϪS-Winkel auftreten (∆ ϭ 2,3° für A11 gegenüber
,9° für A1 und 11,6° für A21). Aus dem letzteren Effekt
8
gehen, mit Abständen von ca. 300 pm, zwei Silber-Sauer-
stoff-Sekundärkontakte zu den O(ap)-Atomen O(3) und
O(21) hervor, wobei die Vektoren Ag···O wegen der erwähn-
Unabhängig von den einzelnen Konformationen weist je-
des Anion zwei anticlinale (ac) bis antiperiplanare (ap) sowie
zwei synclinale (sc) bis synperiplanare (sp) Sauerstoffatome
auf (s. Torsionen OϪSϪNϪSЈ in Tab. 1); zur bequemeren
Identifizierung sind die O(ac)- und O(ap)-Atome durchge-
hend mit ungeraden, die O(sc)- und O(sp)-Atome mit gera-
den Nummern gekennzeichnet. Ferner ist von Belang, daß
ten Verdrillung schräg auf die AgN -Ebene gerichtet sind
3
[s. Winkel NϪAg···O in Tab. 2; Vertikalabstände zur N3-
Ebene: 213 pm für O(3), 237 pm für O(21), Ϫ3 pm für
ϩ
Ag ]. Die übrigen Abstände Ag···O(ap/ac) liegen im Be-
reich 317Ϫ341 pm, Einzelwerte sind in Tabelle 2 enthalten.
2.4 Kristallpackung und Koordination der
alle Anionen (auch das nur pseudo-C -symmetrische Ion
S
Thalliumionen
A21) chiral sind, im Kristall aber infolge von Inversions- und
Gleitspiegeloperationen als Racemate vorliegen.
Die beschriebenen [AgA3]2Ϫ-Einheiten koordinieren mit
zehn ihrer zwölf Sauerstoffatome in der Weise an Thallium-
ionen, daß Tl(1) und Tl(2) zu stark verzerrten oktaedri-
2
.3 Struktur des Tris(dimesylamido)argentat-
schen (O )-Umgebungen gelangen. Die TlϪO-Wechselwir-
6
Komplexions
kungen erzeugen eine Schichtstruktur, genauer einen Ver-
band von Doppelschichten, die sich parallel zur xz-Ebene
erstrecken und aus je zwei äquivalenten Monoschichten be-
stehen. Die Querschnitt-Darstellung in Abbildung 2 zeigt
unten eine einzelne Monoschicht, in der Mitte eine vollstän-
dige Doppelschicht, oben eine zweite Doppelschicht mit
graphischer Hervorhebung derjenigen TlϪO-Bindungen,
die zwischen den Monoschichten wirken. Aufgrund der
Das Silberion und die drei unabhängigen Anionen bilden
eine [AgA3] -Einheit mit trigonal-planarem AgN -Gerüst
2
Ϫ
3
(Abb. 1). Ausgewählte Bindungslängen und -winkel sind in
Tabelle 2 aufgeführt.
Aus den AgϪN- und NϪAgϪN-Parametern geht hervor,
Ϫ
daß das Komplexion formal aus einem [AgA ] -Fragment
mit den kürzeren Bindungen AgϪN(1) ഠ AgϪN(21) ഠ
2
Ϫ
226 pm sowie einem weniger fest gebundenen dritten A -
P2 /n-Symmetrie hat jede Monoschicht reinen Translations-
1
Liganden mit AgϪN(11) ഠ 236 pm besteht. Das zugrunde-
charakter, während die Doppelschicht-Bildung auf n-Gleit-
spiegelung beruht und benachbarte Doppelschichten über
die Symmetriezentren und die y-orientierten zweizähligen
Schraubenachsen miteinander in Beziehung stehen. Im fol-
genden werden Einzelheiten der Struktur erörtert; Tabelle 3
faßt die benötigten Symmetrieoperatoren zusammen.
Zunächst verdeutlicht Abbildung 3 den Aufbau der Mo-
noschichten aus zwei Arten von Thalliumionen sowie kom-
plexen [AgA3]2 -Gegenionen. Die letzteren sind mit den
Ϫ
liegende [AgA ] -Ion tritt im Doppelkomplex [Ag-
2
(
NCMe) ][AgA ] [8] als isolierte Spezies mit NϪAgϪN ϭ
4 2
180° und AgϪN ഠ 214 pm auf, wobei der letztere Wert
nicht viel größer ist als die Summe der entsprechenden Ko-
valenzradien (204 pm [9]). Der Kovalenzcharakter der Sil-
ber-Stickstoff-Bindungen [10] in der vorliegenden, ander-
2
Ϫ
weitig noch nicht beobachteten [AgA3] -Einheit äußert
sich augenfällig darin, daß im Einklang mit dem VSEPR-
Modell der Winkel N(1)ϪAgϪN(21) zwischen den kürze-
ren AgϪN-Bindungen ca. 150° beträgt, während die zwei
NϪAgϪN-Winkel in Nachbarschaft zur längeren AgϪN-
Bindung erheblich kleinere Werte von ca. 105° aufweisen.
Außerdem sind die der längeren AgϪN-Bindung benach-
barten SϪN-Abstände (Mittelwert 159,5°) signifikant klei-
Ϫ
AgN -Ebenen ungefähr senkrecht zur Schichtebene an-
3
geordnet und haben ihre AgϪN-Bindungen so gerichtet,
daß die Anionen A1 auf einer Seite der Monoschicht in
Form von parallelen Wülsten mit dazwischenliegenden tie-
fen Mulden herausragen (gut zu erkennen am unteren Rand
von Abbildung 2). Parallel zur x-Achse verlaufen Ketten
Z. Anorg. Allg. Chem. 2003, 629, 1515Ϫ1521
zaac.wiley-vch.de
2003 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 69451 Weinheim
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