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Z. anorg. allg. Chem. 624 (1998)
Einleitung
nete Einkristalle konnten bisher leider nicht gewonnen wer-
den.
Durch Umsetzung mit Iod lassen sich Ferrocen [2]
und etliche substituierte Ferrocene [1] oxidieren und
die dabei entstehenden Ferrocenium-Ionen als kristal-
line Polyiodide ausf aÈ llen. Bei einer vollst aÈ ndigen Sub-
stitution der Cyclopentadienyl-Ringe z. B. mit Methyl-
gruppen wird das Kation nicht nur gr oÈ ûer, sondern es
S aÈ mtliche Verbindungen l oÈ sen sich gut in Aceton und
Acetonitril, merklich in Methanol, Ethanol und Chlo-
roform, aber nur wenig in Diethylether und Pentan.
Mit sinkendem Iodgehalt werden die Verbindungen
im offenen System bei Raumtemperatur stabiler.
Diese zersetzen sich schrittweise unter Abspaltung
von Iod in die iod aÈ rmeren Polyiodide und schlieûlich
in die iodfreie Ausgangssubstanz. Auf die Existenz
bleibt grunds aÈ tzlich auch die D -Symmetrie des Ferro-
5
ceniumkations erhalten, w aÈ hrend diese dagegen bei
nur teilweiser Substitution stark erniedrigt wird. Un-
ter diesem Gesichtspunkt erscheint eine erg aÈ nzende
Untersuchung zun aÈ chst des 1,1'-Dimethylferrocens
weiterer Verbindungen (diMeFc)I mit x > 1 gibt es
x
keine Hinweise. Ein Vergleich der beobachteten Pul-
verdiagramme (Debye-Scherrer-Technik, CuKα) mit
den aus den Strukturdaten berechneten [5] sichert die
Identit aÈ t und Reinheit der Substanzen (f uÈ r x = 3 und
(
diMeFc) mit dem Liganden Methylpentadienyl
±
H CC H oder cp' und die Erschlieûung seiner iod-
3
5
4
reicheren Polyiodide reizvoll, zumal da ein entspre-
chendes Triiodid bereits bekannt ist [3]. Wir stellen
hier die Struktur des bisher unbekannten Pentaiodids
5
). Die Zellbesetzungen sind uÈ ber Volumeninkre-
mente absch aÈ tzbar [6]. Schwingungsspektroskopische
Untersuchungen (FT-IR, Raman) insbesondere an
den iodreicheren Verbindungen bleiben wegen der
(
diMeFc)I vor und teilen erg aÈ nzend die von uns ver-
5
besserten Daten f uÈ r das Triiodid (diMeFc)I mit.
3
(vermutlich) starken Vernetzung innerhalb der anioni-
schen Iod-Teilstruktur ohne Aussage [7].
Darstellung und Charakterisierung der Verbindungen
diMeFc: Die Darstellung von 1,1'-Dimethylferrocen wird un-
ter reinem Stickstoff in trockenen L oÈ sungsmitteln durchge-
f uÈ hrt [4]. Dazu werden 10,0 g (43 mmol) Eisen(II)-chlorid-
Hexahydrat bei 433 K/0,2 Torr mehrere Stunden bis zur
Massenkonstanz getrocknet. 5,5 g (43 mmol) wasserfreies Ei-
sen(II)-chlorid werden in 250 ml Tetrahydrofuran THF ein-
ger uÈ hrt und anschlieûend als Aufschwemmung zu einer den
Liganden cp' in 250 ml THF enthaltenen L oÈ sung gegeben,
der zuvor durch eine Retro-Diels-Alder-Reaktion aus 5,28 g
Analytische Daten
Die Elementaranalysen der Produkte werden mit Verbren-
nungsanalyse (C, H), argentometrisch nach Reduktion mit
Zink in saurer L oÈ sung (I) und mit Atom-Absorptions-Spek-
troskopie (Fe) angefertigt.
Verbindung
C
H
Fe
I
(diMeFc)I3
(diMeFc)I5
(diMeFc)I7
ber. 24,232 2,3724 9,3892 64,007
gef. 23,89(3) 2,32(2) 9,24(3) 63,87(2)
ber. 16,984 1,6629 6,5810 74,772
gef. 16,12(2) 1,65(1) 6,3(2)
ber. 13,074 1,28002 5,0658 80,5800
gef. 12,87(3) 1,12(4) 5,19(2) 77,98(7)
(
(
33 mmol) des zugeh oÈ rigen dimeren Kohlenwasserstoffs
C H ) und Umsetzung mit 5,8 ml (3,2 g, 50 mmol) Butylli-
73,5(3)
12
16
thium in Hexan bei 195 K zum Lithiumsalz erhalten wurde.
Bis zur vollst aÈ ndigen Reaktion wird die Mischung 24 h unter
R uÈ ckfluû erhitzt. Nach Abk uÈ hlung auf 295 K entfernt man
das L oÈ sungsmittel bei 298 K/25 Torr. Das Produkt wird
mehrmals mit Pentan aus dem braunen Feststoff herausge-
waschen und die gelbe L oÈ sung eingeengt. Die gelben Kri-
stalle werden anschlieûend bei 433 K/0,2 Torr vom anhaften-
den Licp' befreit und nochmals aus Pentan umkristallisiert.
Der Schmelzpunkt des Dimethylferrocens liegt bei 311 K
Strukturbestimmungen
F uÈ r die Kristallstrukturuntersuchungen wurden Kristalle
mit Siliconfett in Markr oÈ hrchen befestigt und eingeschmol-
zen. Die Beugungsdaten wurden bei Raumtemperatur
(293(2) K) auf einem rechnergesteuerten Vierkreisdiffrakto-
meter (CAD4 der Firma Enraf-Nonius aus Delft in den Nie-
derlanden, MoKα-Strahlung (k = 71,069 pm), 50 kV, 32 mA,
Graphit-Monochromator (0 0 2), Scintillationsz aÈ hler, Steuer-
rechner pdp11/23plus) uÈ ber x/2W-Scans gesammelt. Vorher
wurden die Zellparameter aus den Winkelpositionen von je-
weils 24 symmetrieverteilten axialen und zonalen Reflexen
berechnet. Die Datenreduktion erfolgte jedesmal uÈ ber eine
Lorentz- und Polarisationskorrektur, eine Zerfallskorrektur
und eine empirische Absorptionskorrektur mit jeweils 9 W-
gescanten Reflexen, die Zuordnung der Standardabweichun-
gen von Intensit aÈ ten und Strukturfaktoren uÈ ber die Poisson-
Statistik und Fehlerfortpflanzung. Die Schweratomlagen der
Iod-Teilstrukturen und die Lagen der Eisenatome ergeben
sich f uÈ r s aÈ mtliche Verbindungen mit Hilfe der ¹Direkten
Methodenª. Die Kohlenstofflagen der Liganden lassen sich
danach unter Vervollst aÈ ndigung des Strukturmodells den
dreidimensionalen Differenz-Elektronendichten entnehmen.
Abschlieûend wurden Verfeinerungen der Lageparameter
und zun aÈ chst der isotropen und dann der anisotropen Aus-
lenkungsparameter aller Atome mit Ausnahme der Wasser-
(Lit.: 310±312 K, [4]).
(
DMFc)I : Zur schrittweisen Darstellung der Polyiodide
x
werden zun aÈ chst 0,5 g (2,3 mmol) diMeFc in 40 ml Ethanol
gel oÈ st und mit 0,6 g (2,4 mmol) Iod I in 15 ml Ethanol ver-
2
setzt. Dabei f aÈ llt das Triiodid (diMeFc)I feinkristallin aus,
3
das abgesaugt und durch langsames Eindunsten aus 20 ml
Acetonitril umkristallisiert wird. Die anfallenden Kristalle
sind schwarze Polyeder mit einem Schmelzpunkt von 378 K.
Anschlieûend werden 0,5 g (0,8 mmol) des Triiodids (di-
MeFc)I mit 0,6 g (2,4 mmol) Iod I in 30 ml Acetonitril um-
3
2
gesetzt, wobei das Pentaiodid (diMeFc)I langsam in schwar-
5
zen, bei 347 K schmelzenden Polyedern auskristallisiert.
Schlieûlich werden 0,5 g (0,8 mmol) des Triiodids (diMeFc)I3
mit 0,9 g (3,5 mmol) Iod I vermischt und in 40 ml Acetoni-
2
tril vollst aÈ ndig gel oÈ st. Beim Abk uÈ hlen oder Eindunsten fal-
len d uÈ nne, braunschwarze, gl aÈ nzende Platten mit der Zusam-
mensetzung eines Heptaiodids (diMeFc)I
7
und einem
Schmelzunkt von 325 K aus. F uÈ r die Strukturanalyse geeig-