T. Küppers, E. Bernhardt, C. W. Lehmann, H. Willner
Gebrauch mit 4,5 %-iger HCl-Lösung behandelt, in eine Säule
l ϭ 22 cm, л ϭ 2 cm) gegeben und so lange mit destilliertem Was-
Et
Addukt durch Umsetzung von Ag[B(CN)
Buchs, Schweiz, >97 %) präpariert. Dazu werden 2,88 g
Ag[B(CN) ] (13 mmol) und 8,0 g Me SiBr (52 mmol) in einer Sub-
limationsapparatur unter N -Atmosphäre 24 Stunden auf etwa
2
O · BF
3
[23] mit Me
3
SiCN erhalten. In dieser Arbeit wurde das
(
4
] mit Me SiBr (Fluka,
3
Ϫ
ser gewaschen, bis mit einer AgNO
nachweisbar sind. Es werden 6,839 g Na[B(CN)
00 mL destilliertem Wasser gelöst, die Lösung auf die Ionenaus-
3
-Lösung keine Cl -Ionen mehr
4
] (50 mmol) in
4
3
1
2
tauscher-Säule gegeben, das Eluat in einen 500 mL Messkolben
aufgefangen und die Säule so lange mit destilliertem Wasser gewa-
schen, bis das Eluat pH 6 aufweist. Der Nachweis von Na -Katio-
100 °C erwärmt. Nach Entfernung aller flüchtigen Produkte ist eine
Gewichtszunahme von 1,4 g (theoretisch 2,0 g) festzustellen. Aus
dem festen Rückstand lassen sich innerhalb von einem Tag
ϩ
nen durch Flammenfärbung war negativ. Durch Titration eines
3 3
bei 120 °C im Hochvakuum 250 mg reines Me SiNCB(CN)
Teils der Lösung aus dem 500 mL Messkolben wird ein Gehalt von
(1,33 mmol) sublimieren.
Ϫ1
0,098 mol · L festgestellt (98 % Ausbeute). Von der Tetracyano-
borsäure-Lösung werden 50 mL in ein 100 ml Becherglas überführt
und anschließend im Exsiccator über H SO konz. so lange einge-
engt bis erste Kristalle ausfallen. Diese Einkristalle dienten zur
Strukturbestimmung durch Röntgenstrahlbeugung. Die Mutter-
lauge wird in ein ausgewogenes Gefäß pipettiert (0,239 g) und bei
Wir danken der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Fonds
der Chemischen Industrie und der Merck KGaA (Darmstadt,
Deutschland) für finanzielle Unterstützung.
2
4
Literatur
50 °C im Hochvakuum eingeengt und vollständig getrocknet
(
Rückstand ϭ 0,144 g). Das entspricht einer Löslichkeit von 150 g
[
[
[
[
[
[
1] E. Bernhardt, G. Henkel, H. Willner, Z. Anorg. Allg. Chem.
Ϫ1
[
H
3
O][B(CN)
ger Lösung ausgefallenen Kristallen handelt es sich laut Einkristall-
strukturanalyse um [H ][B(CN) ] und bei dem im Vakuum ge-
trockneten Rückstand laut Elementaranalyse um [H O][B(CN) ].
Analyse berechnet für C BN O (M ϭ 133,91 g · mol ): C,
5,88 %; H, 2,26 %; N, 41,84 %. Gefunden: C, 35,50 %; H, 2,73 %;
N, 40,71 %. Durch Titration von 0,417 g [H O][B(CN) ] gelöst in
0 mL Wasser mit 30,60 mL einer 0,1 mol · L NaOH wird dies
4 2
] in 100 g H O (ca. 5 mol · L ). Bei den aus wässri-
2000, 626, 560.
2] D. Williams, B. Pleune, J. Kouvetakis, M. D. Williams, R. A.
Andersen, J. Am. Chem. Soc. 2000, 122, 7735.
3] E. Bernhardt, G. Henkel, H. Willner, G. Pawelke, H. Bürger,
Chem. Eur. J. 2001, 7, 4696.
4] E. Bernhardt, D. J. Brauer, M. Finze, H. Willner, Angew.
Chem. 2006, 118, 6532; Angew. Chem. Int. Ed. 2006, 45, 6383.
5] M. Berkei, E. Bernhardt, M. Schürmann, M. Mehring, H.
Willner, Z. Anorg. Allg. Chem. 2002, 628, 1734.
6] T. Küppers, E. Bernhardt, H. Willner, H. W. Rohm, M. Kö-
ckerling, Inorg. Chem. 2005, 44, 1015.
5
O
2
4
3
4
Ϫ1
4
H
3
4
3
3
4
Ϫ1
2
Ϫ1
bestätigt. Gefunden: M ϭ 136 g · mol
.
b) H[B(CN) ] und D[B(CN) ]
4
4
[7] M. Neukirch, S. Tragl, H.-J. Meyer, T. Küppers, H. Willner,
Z. Anorg. Allg. Chem. 2006, 632, 939.
In ein trockenes, zylindrisches Reaktionsgefäß aus Glas (l ϭ 10 cm,
л ϭ 1,4 cm, V ϭ 8,0 mL) mit einem Ventil mit einer PTFE-Spindel
[
8] U. Welz-Biermann, N. V. Ignatyev, E. Bernhardt, M. Finze, H.
Willner, Merck Patent GmbH, WO 2004/070089 A1, 2004.
9] N. V. Ignatyev, U. Welz-Biermann, A. Kuchceryna, G. Bissky,
H. Willner, J. Fluorine Chem. 2005, 126, 1150.
(
J. Young, London, England) werden in einer Trockenbox (M.
Braun, München, Deutschland; H O, O < 1 ppm) 80 mg subli-
miertes Me SiNCB(CN) (0,45 mmol) eingewogen. An einer Vaku-
umapparatur mit angeschlossener IR-Gaszelle werden dann
,5 mmol HCl-Gas in das Reaktionsgefäß einkondensiert. Bei
[
2
2
3
3
[
10] M. Finze, E. Bernhardt, H. Willner, N. V. Ignatyev, U. Welz-
Biermann, Merck Patent GmbH, WO 2006/045405 A1, 2006.
11] T. Küppers, H. Willner, unveröffentlichte Ergebnisse.
12] A. Baeyer, V. Villinger, Chem. Ber. 1901, 34, 2687.
13] W. M. Cumming, D. G. Brown, J. Soc. Chem. Ind., London,
Trans. Commun. 1925, 44, 110 T.
14] A. Wogrinz, C. Stefas, Monatsh. Chem. 1952, 83, 894.
15] J. M. Smith, L. H. Jones, I. K. Kressin, R. A. Penneman,
Inorg. Chem. 1965, 4, 369.
1
[
[
[
Raumtemperatur verläuft die Reaktion innerhalb von wenigen
Minuten ab, wobei die pulverförmige Ausgangsverbindung an der
Glaswandung verklebt. In dem gasförmigen Produkt ist IR-
3
spektroskopisch neben HCl auch Me SiCl zu erkennen. Anschlie-
[
[
ßend wird das Reaktionsgefäß vollständig evakuiert. Um das zu-
sammengebackene Produkt aufzulockern werden 30 mmol HCl-
Gas einkondensiert und bei Ϫ50 °C die entstandene Suspension
aus flüssigem HCl und dem Produkt einige Minuten geschüttelt.
Nach dem Entfernen des flüssigen HCl wird der Rückstand noch-
mals mit 1,5 mmol HCl-Gas bei Raumtemperatur für einige Minu-
ten behandelt. Nach dem erneuten Entfernen des HCl-Gases, in
dem nur noch wenig Me
pulveriger Rückstand (56 mg H[B(CN)
Massenbilanz und Schwingungsspektren die Zusammensetzung
H[B(CN) ] aufweist. Die Synthese von D[B(CN) ] erfolgt in analo-
ger Weise unter Verwendung von DCl (synthetisiert aus D O und
AlCl ).
[
[
[
16] R. A. Penneman, R. R. Ryan, Acta Crystallogr. 1972, B28,
1629.
17] PowderCell for Windows Version 2.3, Federal Institute for
Materials Research and Testing, Berlin, Deutschland, 1999.
18] G. M. Sheldrik, SHELXS-97 and SHELXL-97ϪPrograms for
the solution and refinement of crystal structures, Universität
Göttingen, Deutschland, 1997.
3
SiCl nachzuweisen ist, verbleibt ein fein-
4
], 0,47 mmol), der laut
[
19] OriginPro 7G, OriginLab Corporation, Northampton, MA,
4
4
USA, 2002.
2
[
[
20] Z. Otwinowski, W. Minor, Methods Enzymol. 1997, 276, 307.
21] P.-E. Werner, L. Eriksson, M. Westdahl, J. Appl. Crystallogr.
3
1985, 18, 367.
[
22] NETZSCH ProteusϪThermal AnalysisϪVersion 4.2.1,
c) Me SiNCB(CN)3
3
NETZSCH-Gerätebau GmbH, Selb, Deutschland, 2002.
Das Trimethylsilyl-Tetracyanoborat-Addukt wird laut Literatur
entweder durch Reaktion von B(SMe) mit Me SiCN [2] oder von
[23] E. Bernhardt, M. Berkei, H. Willner, M. Schürmann, Z.
Anorg. Allg. Chem. 2003, 629, 677.
3
3
1672
www.zaac.wiley-vch.de
2007 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Z. Anorg. Allg. Chem. 2007, 1666Ϫ1672