Kohlensäurebis(trimethylsilyl)ester: Spektroskopische Charakterisierung
und verbesserte Darstellung
The Bis(trimethylsilyl)ester of Carbonic Acid: Spectroscopic Characterization
and Improved Preparation
Rolf Minkwitz*, Stefan Schneider
Universität Dortmund, Fachbereich Chemie, Anorganische Chemie,
Postfach 50 05 00, D-44221 Dortmund
Z. Naturforsch. 53 b, 849-852 (1998); eingegangen am 29. April 1998
Bis(trimethylsilyl)ester of Carbonic Acid, Vibrational Spectra, NMR Data
The low temperature preparation of the bistrimethylsilylester of carbonic acid is reported.
The hydrolysable and thermolabile (Me3SiO)2CO has been characterized by vibrational and
NMR spectroscopic methods. Under inert conditions the (Me3SiO)2CO is stable at 233 K for
several weeks.
Einleitung
einem Schmelzpunkt von 26°C schnell wieder zer-
setzte. Wir beschreiben die Darstellung bei tiefen
Temperaturen, die eine vollständige spektroskopi-
sche Charakterisierung gestattet und den Ester in
größeren Mengen für Folgereaktionen zugänglich
macht.
Silylverbindungen haben vielfältige Verwen-
dungs- und Reaktionsmöglichkeiten. Bei Reaktio-
nen, in denen die Silylgruppen als Abgangsgruppen
fungieren sollen, erweisen sich die Trimethylsilyl-
verbindungen als am besten geeignet. Ein gutes Bei-
spiel hierfür ist das protonierte H20 2 [1].
Experimentelles
Darstellung der Ausgangsverbindungen
Der Umgang mit 100-proz. H20 2 kann zu hefti-
gen Explosionen führen. Um dieser Gefahr aus dem
Weg zu gehen, wählt man den eleganten Umweg
über das bissilyierte Peroxid. Es läßt sich problem-
loser handhaben und liefert in HF/MF5-Lösungen
(M = As, Sb) die gewünschte protonierte Spezies.
Das Bis(trimethylsilyl)peroxid Me3SiOOSiMe3 ist
bis 135°C eine stabile Flüssigkeit. Die Trimethyl-
silylgruppen werden in HF-Lösungen in Form von
Me3SiF abgespalten, welches sich noch bei -78°C
im Vakuum entfernen läßt (Gl. (1)):
NaOSiMe3 wird nach Literatur [6] aus NaNH2 und
Me3SiOSiMe3 (Fluka) erhalten. Eine Reinigung erfolgt
durch Sublimation. Natriumtrimethylsilylcarbonat wird
in Anlehnung an Lit. [7] dargestellt. Um den Umgang mit
dem leicht zersetzlichen Trimethylsilanol zu vermeiden,
wird eine ca. 1m Lösung von NaOSiMe3in abs. THF vor-
gelegt und bei -15°C C 02durchgeleitet. Nach 20 min wird
Na02C0SiMe3 abfiltriert. Nicht umgesetztes NaOSiMe3
bleibt in Lösung.
IR-Daten von festem Na02C0SiMe3: 2975 (m),
2902(w), 1647(vs), 1443 (s), 1428(sh), 1333(vs), 1247(s),
1032(s), 1005(s), 876(vs), 849(vs), 758(m), 699(m),
633(m), 487(m). Me3SiCl (Fluka) wird durch Destilla-
tion gereinigt.
Me3SiOOSiMe3 + HF/MF5 ->
H30 2+MF6- + 2Me3SiF
(1)
Trimethylsilylderivate sind nicht von allen Ver-
bindungen zugänglich. Erst kürzlich gelang uns
Alle Arbeiten finden unter Ausschluß von Luftfeuch-
eine verbesserte Darstellung von Me3S i0N 02 tigkeit unter Schutzgasatmosphäre (N2) statt. Die Hand-
habung hydrolyseempfindlicher Stoffe erfolgt mittels
Schlenk-Technik oder in Standardhochvakuumapparatu-
ren und Gefäßen aus Duranglas mit fettfreien Hähnen
(Young).
Raman-Spektren: (Jobin-Yvon T64000, Ar+-Laser von
Spectra Physics, A=514,5 nm) Kühlbare Glasküvetten [8].
IR-Spektren; (Bruker ifs 113v) Kühlbare Küvetten [9]
ohne Verreibungsmittel auf einer CsBr-Scheibe (Fest-
stoffspektren).
durch Reaktion von Chlomitrat mit Me3SiCl [2].
Eine prinzipielle Darstellung des Kohlensäure-
bis(trimethylsilyl)esters ist im Rahmen von umfas-
senden Arbeiten zu Silylestem der Kohlensäure be-
schrieben worden [3 - 5]. Die Präparation erfolgte
stets bei Raumtemperatur, so daß sich der Ester mit
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