J. Spandl, M. Kusserow
abgekühlt, wobei sich innerhalb einiger Tage rotbraune, hydrolyse-
empfindliche Kristalle bilden. Um ein Wiederauflösen der Kristalle
zu vermeiden, wird unter Kühlung zügig filtriert. Die Ausbeute be-
trägt 32 %. Analyse: C36H84O13ClFe5 - C 41,2 (ber. 41,5), H 8,2
(8,1) %. Da die Verbindung bei der ramanspektroskopischen Un-
tersuchung starke Fluoreszenz zeigt, konnte kein aussagekräftiges
Ramanspektrum erhalten werden.
Darstellung von [Fe2(OtAmyl)6] (3)
0,2 g [Fe2(OtBu)6] (0,36 mmol) werden in 5 ml Hexan gelöst. Zu
der gelbbraunen Lösung tropft man unter Rühren zügig 2,4 ml tert-
Amylalkohol (22 mmol). Man lässt die Reaktionsmischung eine
Stunde bei Raumtemperatur rühren. Danach wird das Lösungsmit-
tel bei reduziertem Druck vollständig entfernt, wobei ein braunes
zähflüssiges Öl zurückbleibt. Das Rohprodukt wird im Vakuum
(0,01 mbar) bei 140 °C sublimiert. Die Ausbeute beträgt 82 %.
Smp. ϳ 185 °C; Analyse: C30H66O6Fe2 - C 56,5 (ber. 56,8), H
10,7 (10,5) %.
Raman (100 cmϪ1-3400 cmϪ1): ν˜/cmϪ1 ϭ 208 (s), 220 (s), 326 (w), 360 (w),
364 (w), 453 (w), 482 (w), 504 (m), 520 (w), 550 (s), 590 (s), 600 (m), 725
(w), 749 (m), 788 (w), 897 (m), 910 (w), 946 (w), 1000 (m), 1024 (s), 1062
(m), 1143 (w), 1170 (w), 1184 (m), 1223 (w), 1288 (w), 1333 (w), 1374 (w),
1441 (m), 1458 (m), 2849 (w), 2882 (m), 2905 (s), 2920 (s), 2937 (s), 2997(m).
Abb.
9 Polyederdarstellung des Eisen-Sauerstoff-Gerüsts von
[Fe9O3(OnPr)21]·nPrOH (7).
lich über eine Wasserstoffbrückenbindung an O2 gebunden.
Das Wasserstoffatom H1A konnte durch Fouriersynthese
lokalisiert werden. Die Bindungslängen O18-H1A sowie
O2-H1A betragen 0,72(9) A bzw. 1,99(9) A. Der Abstand
O2-O18 beträgt 2,70(2) A. Der Bindungswinkel O18-H1A-
˚
˚
˚
O2 ist 166(11)° (Abb. 8).
Experimenteller Teil
Zur Züchtung geeigneter Einkristalle wird das Produkt in wenigen
Tropfen Hexan gelöst und die resultierende Lösung auf Ϫ30 °C
abgekühlt, wobei sich innerhalb einer Woche gelbgrüne hydrolyse-
empfindliche Kristalle von 3 bilden.
Die Darstellung und Handhabung der Substanzen erfolgte wegen
deren Hydrolyseempfindlichkeit unter inerten Bedingungen (Ar-
gon) mittels Schlenk-Technik. Die verwendeten Lösungsmittel und
Alkohole wurden nach Standardmethoden getrocknet.
Darstellung von [Fe5O(OiPr)13] (4) bzw.
[Fe5O(OiBu)13] (5)
Die Raman-Spektren der Verbindungen 3 bis 7 wurden mit einem
FT-Raman-Spektrometer RFS 100 der Firma Bruker (Nd-YAG-
Laser λ ϭ 1064 nm) aufgenommen. Die kristallographischen
Strukturbestimmungen der Verbindungen 2 bis 8 erfolgten auf ei-
nem Bruker XPS-Diffraktometer (CCD-Flächenzähler mit MoKα-
0,5 g [Fe2(OtBu)6] (0,9 mmol) werden in 10 ml Hexan gelöst. Zu
der gelbbraunen Lösung werden unter Rühren zügig 4,1 ml
(54 mmol) 2-Propanol bzw. 5 ml (54 mmol) iso-Butanol (2-Methyl-
1-propanol) getropft, wobei sich die Lösung orange färbt. Man
lässt die Reaktionsmischung eine Stunde bei Raumtemperatur rüh-
ren. Danach wird die Lösung unter reduziertem Druck vorsichtig
eingeengt bis eine leichte Trübung auftritt. Nun wird tropfenweise
Hexan hinzugefügt, bis die Trübung gerade wieder verschwindet.
Dann wird die Lösung auf Ϫ30 °C abgekühlt, wobei sich innerhalb
einiger Tage rotbraune bzw. orangerote Kristalle von 4 bzw. 5 bil-
den. Um ein Wiederauflösen der Kristalle zu vermeiden, wird unter
Kühlung zügig filtriert. Die Verbindungen sind in unpolaren orga-
nischen Lösungsmitteln sehr gut, in 2-Propanol bzw. iso-Butanol
dagegen wenig löslich. Die Ausbeute an 4 bzw. 5 beträgt 76 % bzw.
72 %. 4: Smp. ϳ 120 °C; Analyse: C39H91O14Fe5 - C 44,3 (ber.
44,1), H 8,8 (ber. 8,6) %.
˚
Strahlung, λ ϭ 0,71073 A, Graphit-Monochromator). Die Prä-
paration der Kristalle erfolgte direkt aus der Mutterlauge im Stick-
stoff-Kaltgasstrom. Es wurde eine empirische Absorptionskorrek-
tur anhand mehrfach beobachteter symmetrieäquivalenter Reflexe
(SADABS) durchgeführt. Die Strukturen wurden mittels direkter
Methoden und Differenz-Fourier-Technik gelöst. Alle Nichtwas-
serstoffatome wurden durch Vollmatrix-LSQ-Verfahren mit Aus-
nahme der fehlgeordneten C-Atome anisotrop gegen F2 verfeinert
(Bruker-SHELXTL, Version 5.1, 1998). Die Positionen der durch
Differenz-Fourier-Synthesen nicht zu ermittelnden Wasserstoff-
atome der Alkylgruppen wurden in geometrisch idealisierten Posi-
tionen berechnet. Die Abbildungen der Strukturen wurden mit dem
Programm DIAMOND (Version 2.1.d) angefertigt. Die Daten der
Strukturaufklärung von 2 bis 8 sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Weitere Einzelheiten zu den Kristallstrukturuntersuchungen kön-
nen beim Direktor des Cambridge Crystallographic Data Centre,
12 Union Road, GB-Cambridge CB2 1ZE, unter den Hinterle-
gungsnummern CCDC 291403-291409 angefordert werden.
Raman (100 cmϪ1-3400 cmϪ1): ν˜/cmϪ1 ϭ 141 (m), 194 (m), 310 (m), 420 (m),
446 (s), 488 (w), 565 (m), 587 (w), 818 (w), 842 (w), 925 (w), 960 (w), 1008
(vs), 1118 (w), 1132 (w), 1174 (m), 1325 (m), 1348 (w), 1374 (w), 1450 (m),
2835 (w), 2862 (w), 2927 (s), 2966 (m).
5: Smp. ϳ 245 °C; Analyse: C52H117O14Fe5 - C 50,2 (ber. 50,1), H 9,8 (ber.
9,5) %.
Raman (100 cmϪ1-3400 cmϪ1): ν˜/cmϪ1 ϭ 215 (m), 255 (m), 314 (m), 383 (m),
403 (s), 492 (w), 624 (s), 636 (s), 820 (s), 906 (w), 920 (w), 941 (w), 958 (w),
1118 (m), 1143 (s), 1169 (w), 1253 (w),1291 (w), 1335 (w), 1365 (w), 1390
(w), 1449 (m), 1457 (m), 2804 (w), 2867 (s), 2901 (m, br), 2957 (m).
Darstellung von [Fe5OCl(OiPr)12] (2)
0,3 g (1,8 mmol) Eisen(III)-chlorid (Merck z. S.) werden in 15 ml
Diethylether gelöst. Diese Lösung wird zu 0,5 g (6,2 mmol) Na-
trium-iso-propylat gefügt und die Reaktionsmischung über Nacht
gerührt. Anschließend lässt man das ausgefallene Natriumchlorid
absitzen und filtriert die überstehende Lösung mit Hilfe eines Sprit-
zenfilters. Das Filtrat wird im Vakuum eingeengt und auf Ϫ30 °C
Darstellung von [Fe5O(OCH2CF3)13] (6)
0,2 g [Fe2(OtBu)6] (0,36 mmol) werden in 4 ml Trichlorfluormethan
gelöst. Zu der gelbbraunen Lösung werden unter Rühren zügig
890
2006 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Z. Anorg. Allg. Chem. 2006, 885Ϫ892