W. Massa, K. Dehnicke
BeCl2. Zur Herstellung von wasserfreiem Beryllium(II)chlorid er-
hitzt man das oben beschriebene Tetraaquaberylliumchlorid mit
15 mL Thionylchlorid 2 mal 3 h am Rückfluß. Nach dem Erkalten
wird unumgesetztes Thionylchlorid abdekantiert und der Rück-
stand 2 h im dynamischen Hochvakuum von flüchtigen Anteilen
befreit. Man erhält feinkristallines, sehr feuchtigkeitsempfindliches
BeCl2 in vollständiger Ausbeute.
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß in keinem
der bisher strukturell charakterisierten Tetraaquaberyllium-
Salze reguläre BeO4-Tetraeder beobachtet wurden. Alle
Beispiele weisen mehr oder weniger “gestauchte” Tetraeder
auf. Im hier beschriebenen Chlorid liegen die OϪBeϪO-
Bindungswinkel zwischen 107,2(1) und 111,1(2)° nahe beim
idealen Tetraederwinkel, ähnlich wie im Nitrat (108,5(2) bis
111,5(2)° [2]). Die Spannweiten der OϪBeϪO-Winkel in
den übrigen Beispielen liegen bei 11,2° (SO42Ϫ [4Ϫ6]), 14,0°
Literatur
2Ϫ
Ϫ
(SeO4
[7]) und 18,4° (IO3 [3]). In [Be(OH2)4](IO3)2
[1] N. Wiberg, Holleman-Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen
Chemie, Walter de Gruyter, 101. Aufl., BerlinϪNew York
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[6] S. K. Sikka, R. Chidambaram, Acta Crystallogr. 1969, B25,
310.
scheint die starke OϪBeϪO-Winkeldeformation durch die
Besonderheiten der Struktur bedingt zu sein, in der interes-
santerweise zig-zag-Ketten von Iodat-Ionen parallel [010]
und alternierende Schichten von [Be(OH2)4]2ϩ-Tetraedern
parallel zu (100) vorliegen [3].
Experimentelles
Berylliumpulver (99 % Reinheit) wurde von der Firma ACROS be-
zogen, konzentrierte Salzsäure (zur Analyse, 37 %ig) von der Firma
KMF und Thionylchlorid (zur Synthese) von der Firma Merck,
Darmstadt. Zur Aufnahme der IR-Spektren dienten AgCl-Platten.
Flüssige Proben wurden in kapillarer Schicht registriert, kristalline
Proben als Pasten mittels Nujol und Hostaflonöl. Es fand das Bru-
ker-Gerät IFS-88 Verwendung.
[7] M. Wildner, D. Stoilova, M. Georgiev, V. Karadjova, J. Mol.
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1994, B50, 316.
[Be(OH2)4]Cl2. 0,098 g Berylliumpulver (1,09 mmol) werden in ei-
nem 100 mL-Kölbchen mit seitlich angesetztem Hahn mit 5 mL
destilliertem Wasser versetzt und durch portionsweise Zugabe von
5 mL konzentrierter Salzsäure aufgelöst. Die klare Lösung wird
anschließend unter Rühren im Vakuum bis zur Gewichtskonstanz
eingeengt und mit 10 mL Thionylchlorid übergossen. Man ver-
schließt den Kolbenhals bei geöffnetem Hahn und überläßt den
Ansatz 12 h bei Raumtemperatur. Sodann gießt man das unver-
brauchte Thionylchlorid ab und versetzt erneut mit 10 mL Thionyl-
chlorid. Nach 12 h wird dekantiert und der gesamte Rückstand im
Vakuum von flüchtigen Bestandteilen befreit (SOCl2, SO2, HCl).
Man erhält 1,650 g kristallines Material. Berechnet sind 1,652 g.
[14] G. M. Sheldrick, SHELXS-97, Programm zur Lösung von
Kristallstrukturen, Göttingen 1997.
[15] G. M. Sheldrick, SHELXL-97, Programm zur Verfeinerung
von Kristallstrukturen, Göttingen 1997.
1370
2007 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Z. Anorg. Allg. Chem. 2007, 1366Ϫ1370