Zwei Mercuri-Ammin-Komplexe: [Hg(NH ) ][HgCl ] und [Hg(NH ) ](ClO )
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4 2
Peter Nockemann und Gerd Meyer*
Köln, Institut für Anorganische Chemie der Universität
Bei der Redaktion eingegangen am 11. September 2002.
Inhaltsübersicht. [Hg(NH
äquimolaren wässrigen Lösung von HgCl
Hg(NH )Cl bei 75 °C dargestellt. 1 kristallisiert orthorhombisch in
3
)
2
][HgCl
3
]
2
(1) wird durch Sättigen einer
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[Hg(NH ) ](ClO ) (2) wurden durch Einleiten von gasförmigem
Ammoniak in eine auf unter 10 °C gekühlte Quecksilber(II)-per-
chlorat-Lösung erhalten. 2 kristallisiert monoklin in der Raum-
2
und NH Cl mit
4
2
der Raumgruppe Pmna mit den Gitterparametern a ϭ 591,9(1) pm,
b ϭ 800,3(1) pm, c ϭ 1243,3(4) pm, Z ϭ 2. Die Struktur besteht
gruppe P2
1
/c mit den Gitterparametern a ϭ 791,52(9) pm, b ϭ
1084,3(2) pm, c ϭ 1566,4(2) pm, β ϭ 120,352(1)°, Z ϭ 4. Die
2ϩ
Ϫ
2ϩ
aus linearen [Hg(NH
3
)
2
]
-Einheiten und T-förmigen [HgCl
3
] -
Struktur besteht aus gestauchten [Hg(NH
Perchlorat-Anionen. Die Packung der Schweratome Hg und Cl ist
demBaddeleyit-(α-ZrO )-Typ analog.
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) ] -Tetraedern und
Anionen. Die Koordinationssphären des Quecksilbers werden
durch Chlorid-Ionen „effektiv“ zu gestauchten hexagonalen Bipy-
ramiden bzw. zu verzerrten Oktaedern ergänzt. Einkristalle von
2
Two Mercuric Ammoniates: [Hg(NH ) ][HgCl ] and [Hg(NH ) ](ClO )
3
2
3 2
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4 2
Abstract. [Hg(NH
molar solution of HgCl
crystallizes in the orthorhombic space group Pmna with a ϭ
3
)
2
][HgCl
3
]
2
(1) is obtained by saturating an equi-
curic perchlorate, while the solution was cooled to temperatures
below 10 °C. 2 crystallizes in the monoclinic space group P2 /c with
a ϭ 791.52(9) pm, b ϭ 1084.3(2) pm, c ϭ 1566.4(2) pm, β ϭ
120.352(1)°, 4. The structure consists of compressed
[Hg(NH
]2ϩ tetrahedra and perchlorate anions. The packing of
the heavy atoms Hg and Cl is analogous to the baddeleyite
(α-ZrO ) type of structure.
2
and NH
4
Cl with Hg(NH )Cl at 75 °C. 1
2
1
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91.9(1) pm, b ϭ 800.3(1) pm, c ϭ 1243.3(4) pm, Z ϭ 2. The struc-
Z ϭ
2ϩ
ture consists of linear cations [Hg(NH
3
)
2
]
and T-shaped anions
3 4
)
Ϫ
3
[HgCl ] . The coordination sphere of mercury is “effectively” com-
pleted to compressed hexagonal bipyramids and distorted oc-
tahedra, respectively. Single crystals of [Hg(NH ](ClO (2) are
2
3
)
4
4 2
)
obtained by passing gaseous ammonia through a solution of mer-
Keywords: Mercury; Ammines; Perchlorates; Crystal structure
Einleitung
sere Untersuchungen zeigen, muß sie gemäß [Hg(NH ) ]-
3
2
[
HgCl ] formuliert werden [7].
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Bereits vor mehr als 150 Jahren haben Untersuchungen u.a.
von Liebig [1], Mitscherlich [2] und von Millon [3] gezeigt,
daß die Produkte, die bei der Umsetzung von Quecksil-
Die Bevorzugung der linearen Zweierkoordination, wie
sie für [Hg(NH ) ]Cl und [Hg(NH )]Cl charakteristisch ist
3
2
2
2
[8, 9], entspricht den Besonderheiten der Chemie des zwei-
ber(II)-chlorid, HgCl , mit Ammoniak-Lösungen entste-
2
wertigen Quecksilbers. Doch wurden bereits in den 1930er
Jahren mehrere Tetraammoniakate hergestellt und durch
Elementaranalyse charakterisiert [10]. Strukturbestimmun-
gen liegen nicht vor. Wir konnten nun die Kristallstruktur
von [Hg(NH ) ](ClO ) bestimmen [7].
hen, stark von der Konzentration und von der Temperatur
abhängig sind. Bei geeigneter Wahl der Versuchsbedingun-
gen können so gezielt bekannte Stoffe wie [Hg(NH ) ]Cl ,
das schmelzbare Präzipitat, [Hg(NH )]Cl, das unschmelz-
bare Präzipitat, bzw. [Hg N]Cl, das Chlorid der Millon’schen
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2
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4
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2
Base, gewonnen werden.
Auch bei der Einwirkung von gasförmigem Ammoniak
Experimentelles
auf HgCl erhält man das Diammoniakat [4], und aus flüs-
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Synthesen
sigem Ammoniak konnten Ammoniakate mit 2, 8 bzw.
9
,5 mol NH erhalten werden [5]. Daneben wird die „Addi-
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[
Hg(NH
2
)]Cl wurde nach einer Vorschrift von Sen [11] gewonnen:
tionsverbindung“ 3HgCl ·2NH beschrieben [6]. Wie un-
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Zu einer Lösung von 20 g HgCl in 400 ml H O werden 31 ml 6N-
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(
10 %ige) Ammoniak-Lösung zugefügt. Nach dem Absetzen des
Niederschlages wird abgesaugt und mit 180 ml kaltem Wasser aus-
gewaschen. Die Menge des Waschwassers muß dabei genau einge-
*
Prof. Dr. Gerd Meyer
halten werden, um nicht als Produkt [Hg
2
N]Cl·H
: 0,54 g (2 mmol) HgCl und 0,034 g (1 mmol)
Cl werden in 100 ml Wasser gelöst. Nach Erwärmen auf 60 °C
)]Cl bis zur Sättigung der Lösung zugegeben. Die
ansonsten schwerlösliche Verbindung löst sich in der HgCl
2
O zu erhalten.
Institut für Anorganische Chemie
Universität zu Köln
Greinstraße 6
D-50939 Köln
Fax: (49) 221 470 5083
E-mail: gerd.meyer@uni-koeln.de
[
Hg(NH
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)
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][HgCl
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]
2
2
NH
4
wird [Hg(NH
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2
/
NH
4
Cl-Mischung teilweise auf. Von überschüssigem [Hg(NH
2
)]Cl
Z. Anorg. Allg. Chem. 2003, 629, 123Ϫ128 2003 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 69451 Weinheim 0044Ϫ2313/03/629/123Ϫ128 $ 20.00ϩ.50/0
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